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PflanzenreichBau-Lexikon 1881

Scheune, auch Scheuer, K., in Oesterreich Stadel gen., frz. grange, f., engl. barus, pl., grange, lat. horreum, grangia, gangia, granea, fenaria, ital. grangia ganzia. 1. Für Getreide, Feldfrüchte, Heu. Das Innere derselben theilt sich in a) Banse oder Tasse, s. d. Art. Banse. Zur Größenberechnung Folgendes: Ein Hektar Land gieht Weizen oder Roggen etwa 5 Schock Garben, zusammen 30 Cbm. d eirca 1000 kg. Hafer etwa 3, Gerste 7 Schock d circa 5½ obm.; Hülsenfrüchte circa 20 chm.; Klee oder Heu 600 Kkg. Den Fußboden in feuchten Bansen belegt man mit losem Strauchwerk oder versieht ihn auch mit festem Lehmschlag, ehe das Getreide eingebracht wird. b) Cenne oder Scheunenflur, s. d. Art. Dreschtenne. Die Tenne sei mindestens 10 m. tief, 4—5 m.hoch, 3½/% breit. Ueber den Fußboden s. d. Art. Dreschtenne und Aestrich; auch nimmt man wohl blos fetten Lehm;, mit Theergalle oder mit Rindsblut angemacht. Nach ihrer Lage im Gebäude nennt man die Tenne: Mittellangtenne, Seitenlangtenne od. Quertenne. Am meisten zu empfehlen ist: für kleine Scheunen (bis zu 15 m. Länge) Anlegung einer Quertenne; bei Länge von 16 bis zu 24 m. Mittellangtenne; bei Länge von 25—40 m. Mittellangtenne mit einer Quertenne in der Mitte, oder 2 Quertennen, etwa 4 m. von dem Ende herein. e) Den Dachraum läßt man in unmittelbarer Verbindung mit dem Bansenraum in solchen Sen, wo die Dachböden nicht zu Getreideschüttungen benutzt werden sollen; man läßt dann nur die Bindebalken hindurchgehen u. die Dachbalkenlage fällt weg, oder man wendet einen liegenden Stuhl mit sehr hohen Stuhlsäulen an und kann dann die Stuhlbalkenlage zu Schüttböden benutzen. Bohlendächer sind mit günstigem Erfolg angewendet worden, um den Raum im Innern der S. möglichst holzfrei zu erhalten, was übrigens nicht einmal rathsam ist, da in manchen Gegenden das Getreide, selbst in trockenen Jahren, viel Neigung zum Stocken hat u. dann die bei einem stehenden Stuhl oder sonstwie bei Unterbrechung des innern Raumes durch die Verbandhölzer entstehenden Lücken dazu dienen, Luftzug hindurchzulassen. Auch muß man die Umfassungsmauern oft zu starkmachen, wenn man den innern Raum ganz holzfrei, das Dach freitragend macht. d) Umfassungswände. Hölzerne Wände sind zwar wegen der Feuersgefahr vielfach verboten, dennoch aber nach dem Ergebnis statistischer Forschungen in Bezug auf das Verhältnis zwischen Herstellungskosten und Bauer den massiven Umfassungen in solchen Gegenden vorzuziehen, wo das Holz nicht außergewöhnlich theuer, die Steine nicht außergewöhnlich billig sind. Wählt man Fachwände, so verriegelt man sie von Meter zu Meter einmal, bei 14—15 em. Stärke der Schwellen, Riegel und Stiele. Wände von Lehm und gebrannten Mauersteinen kann man, wenn man alle 5—6 m. etwa einen Verstärkungspfeiler anbringt, ziemlich schwach machen. Mauern aus Feld⸗ oder Bruchsteinen muß man mindestens 50 em. stark und mit Verstärkungspfeilern in dm. Weite anlegen. Piséewände müssen mindestens eine Stärke von 60 cm. haben. e) Feuster erhalten die Scheunenmauern nicht, sondern Luftzüge; diese sind am besten 20—25 om. weit, 40—60 om. hoch, stehen einander gegenüber und in einer Entfernung von 2,3 —3,Im. von einander; sie gehen im Grundriß in einer gebrochenen Linie durch die Wand, so daß man nicht hineinsehen, auch nicht hineingreifen kann. f) Deckung. Das Dach muß natürlich möglichst feuersicher sein, ohne viel Aufwand zu erfordern. Es empfiehlt sich bes. Ziegeldach, Strohlehmschindeldach re., siehe dar. Dachdeckung. g) Grundform. Man hat neuerdings vielfache Versuche mit runden, polygonen und quadratischen Sun mit Kreuztennenetc. gemacht, aber was man bei solchen Anlagen an Länge der Umfassungsmauern erspart, setzt man an Größe der Dachfläche und Schwierigkeit der Konstruktion wieder zu, ganz abgesehen von der Unbequemlichkeit einer solchen S., die in der Regel in keine Gehöftanlage paßt; man kehrt daher immer wieder zu der alten Anlage zurück: ein langes Gebäude, 10—17 m. tief, welches, wenn irgend möglich, die eine Hauptfront gegen Osten kehrt und Quertennen mit dazwischenliegenden Bansen enthält; vgl. üÜbr. noch d. Art. bewegliche Scheune, Bauernhof, Getreidemagazin etc. Jedes Tennenthor, Scheunenthor, muß mindestens eine Höhe von 4 m. u. eine Breite von 3½ m. haben. — 2. Für Tabak. 100 Centner Tabak, zum Trocknen auf Scheunen gelegt, brauchen einen Raum von 180 àm., 5½ m. hoch; Tabaksscheunen dürfen in Preußen nicht mit Ziegeln gedeckt werden. — 3. Für Torf. 1 Klafter Torf ewiegt 20—21 Etr. u. braucht ca. 3cbma. Scheunenraum, Tiefe nicht über 11 m., Höhe nicht über 5½ m. Scheunenboden, Scheunenästrich, m., Scheunenflur, Schen. nentenne, k., franz. aire k. de grange, engl. barn-floor, thrashing-floor, s. d. Art. Dreschtenne und Aestrich. Scheve, Schewe, k. s. d. Art. Flachsschebe. ourse, bed, horizontale Lage eingehängter od. vermauerter Steine etc. s. d. Art. Mauerverband, Dachdeckung c. — 2. Die ganze Tiefe eines hohen Ofens. — 3. (ältere Meßk) sbibliothek Heidelberg DFC( Schichtbank liegendes, mehrere Meter langes und 60 em. breites, kupfernes Blech in den Zinnhütten, um darauf Zinn zu platten. — 5. franz. tache, journée, engl. shift, day's work, Arbeitszeit, die einzelnen Gruppen bei Arbeit mit Ablösung, bes. in Bergwerken, meist / Tag — SStunden, s. d. Art. Bergeschicht, doch auch vierter Theil einer Zeche. — 6. frz. tems de repos, engl. rest, repair, Pause in der Arbeit oder Feierabend; S. machen, s. v. w. aufhören zu arbeiten. — 7. Das Schmelzen im Hochofen, von einmaligem Abstechen des Metalls bis zum andern. Daher S. antreten, die zu einer S. nöthige Arbeit beginnen. S. beschicken, das Besetzen des Ofens mit so viel Erz, als nöthig ist zu einer S. — 8. franz. couche, engl. layer (Miner.) die in Gebirgsmassen von verschiedener Dicke (wenige em. bis zu 2m.) u. Verbreitung (bis meilenweit) sich findenden dünnen, flächenähnlichen Massen. Sie liegen meist eben od. steigen od. fallen doch nur in flachen Winkeln. — 9. S. nennt man demnach auch ähnliche Lagen in den gebrochenen Steinen, u. solche Steine dann schichtig, wenn diese Seen ziemlich parallel laufen, Schichtausgang aber das Sichtbarwerden dieser S.en an einer quer gegen dieselbe gerichteten Fläche od. zu Tage. — 10. frz. Couche, engl. coating, layer, bed, Auftrag oder Lage von Sand, Erde, Farbe od. dergl.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 121Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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