FeedSchiefer
NaturlehreBau-Lexikon 1881

Schiefer, 1. Schieferstein, m. (Miner.), frz. schiste, m., engl. slate, heißt jede in dünneren od. dickeren, kleineren od. größeren Tafeln brechende Steinart. Er erhält seinen Namen nach den Hauptbestandtheilen, z. B. Dioritschiefer, s. d. Art. Dioritporphyr, ferner Kalk⸗, Kohlen⸗, Kiesel⸗„ Glimmer⸗, Talkschiefer, Lochen, bardiglio lione, Ktädon, Lithographirstein etc. Namentlich aber bezeichnet man mit dem Namen S. katexogen den Thonschiefer, frz. ardoise, schiste tégulaire, engl. slate, lat. ardesia, lapis arde⸗- sius, blava, petra, der dann häufig nach seiner Verwendung als Dachschiefer, Wetzschiefer, Griffelschiefer od. nach dem durch seine Schichtungsweise od. durch Gemengtheile herbeigeführten Aussehen, z. B. als Fruchtschiefer, Knotenschiefer, dünnblätteriger S., franz. keuilletis, engl. thin leaved slate, aderiger S., engl. veiny slate ete., benannt wird. Bituminös wird der S. genannt, wenn er mit organischen bituminösen Substanzen durchdrungen ist. Bei der trockenen Destillation geben solche S. Theere, aus welchen durch Rektifitation die Schieferöle erhalten werden, die hauptsächlich als Leuchtmaterial dienen und unter den Namen Photogen, Solaröl etc. in den Handel kommen. Die dickflüssigeren Oele dienen als Maschinenschmieröl, äus den schwerflüssigsten setzt sich in der Kälte Paraffin ab. — 2. (Hütt.) S. im Eisen, frz. paille, doublure, engl. flaw, fehlerhafter Weise im Gußeisen vorkommende Trennungen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 123Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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