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Sagen & MythenBau-Lexikon 1881

Sphinr, k., auch Sphinge, 1., latsphinga (Myth.), nach der griechischen Sage ein den Thebanern von der Hera zur Strafe zugeschicktes Ungeheuer, von Typhon u. der Echidna gezeugt, mit Kopf, Brust und Händen eines Mädchens, einem Hundeleib mit Löwenklauen, einem Schlangenschwanz, Flügeln u. Menschenstimme; verschlang Alle, die ein von ihr aufgegebenes Räthsel nicht zu lösen vermochten. Als Oedipus die Lösung „der Mensch“ gefunden, stürzte sie sich von einem Felsen hinab. Daher im allgemeinen jedes Menschthier. Die S. wurde von den Aegyptern als ein Löwe mit Brust und Kopf einer Jungfrau abgebildet, jedoch ohne Flügel, mit einer Art von Schleier auf dem Haupt, auch wohl mit vielen Brüsten, und auf dem Haupt das Fruchtmäß des Serapis. An allenägyptischen Tempeleingängen befand sich das Bild als Symbol der Fruchtbarkeit des Landes und der Geheimnisse der Natur. Von den Griechen, denen sie als Symbol eines schrecklichen Geheimnisses galt, wurde sie wie oben beschrieben dargestellt, von anderen Bölkern noch anders; s. Assyrisch, Persisch, Chimäre etc. Vergl. auch d. Art. April, Fabel, Minerva. Syphragistik, k., Siegelkunde.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 231Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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