FeedSchlange
TierreichBau-Lexikon 1881

Schlange, f., s. d. Art. Buhne, Bleßwerk und Schlechte. — 2. Die S., frz. serpent, engl. serpent, snake, adder, viper, war schon bei den Hebräern, Juden und anderen Orientalen, endlich auch bei den Christen, Symbol der Versuchung, der durch die Sinnlichkeit erzeugten Erbsünde; .M. M. a. W. Bei den Aegyptern hingegen erscheint als Sinnbild der sich immer verjüngenden Naturkraft eine sich in den Schwanz beißende S., eine S. mit Sperberkopf als Sinnbild der wohlthätigen Gotteskraft. Um eine Wasser-Uurne gewunden bedeutet sie den guten Geist über dem Wasser; über einer blauen, gelben u. rothen Kugel (Luft- und Feuerfarbe) ausgestreckt den das All umschließenden Weltgeist. Eine goldene Kugel mit zwei Sen ist Symbol des Kucpy, des ewigen Licht⸗ und Feuergottes, auch Sinnbild der Gesundheit u. Heillehre; s. d. Art. Knephschlange.t Bei den Griechen war sie Attribut der Minerva und bedeutete die nimmer alternde Zeit, oder, sich in den Schwanz beißend, die Ewigkeit; auch war sie als Symbol des Ackerbaues der Ceres geweiht; ferner war sie das Symbol der Wachsamkeit und der Klugheit, s. d. Art. Agathodümon, Hermes, Caduceus etc., aber auch des Neides und der Gewissensbisse; s. d. Art. Eumeniden. In der nordischen Mythologie kamen viele Sen vor als Personifikation von z Neid, Bosheit, Ausschweifung, Lüge etc. — 3. frz.serpentin, m., engl. Worm, s. Kühlschlange.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 132Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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