FeedStaukrohr
Handwerk & GewerbeBau-Lexikon 1881

Staukrohr, n., s. d. Art. Abtritt 5. Stanniferous enamel, 8., engl., Zinnemail. Stanniol, n., auch Stantol, n. (von stannum, Zinn), franz. étain battu, en feuilles, engl. tin-foil, Blattzinn, starte Folie, sehr dünn gewalztes Zinn (dis zu nur mm. Stärke), s. Zinn. Wird zum Ueberzug von Wänden u. Holzwerk, um das Ausschlagen der Nässe zu verhindern, ferner als unechtes Blattsilber, als Spiegelfolie, zum Belegen der Dachschiefer gebraucht, s. Dachdeckung. Stannit, m. (Miner.), so heißt das sog. weiße Zinuerz aus Cornwallis; es findet sich als Pseudomorphose nach Orthoklas und besteht aus Zinnoxyd, Kieselsäure, etwas Thonerde, Eisenoxyd und Kalk. Stannum, n., lat., Zinn. Stans, f., lat., Haus, Wohnung. Stantarium, stantareum, n., lat., 1. großer Kandelaber. — 2. Auch stantarum, Standarte. Stantia, f., lat., ital. stanza, f. Zimmer. Stanzait, m. (Miner.), s. Andalufit. Stanze, f., 1. frz. étampe, f., engl. stamp, die, passend gearbeitete Metallunterlage, auf die man beim Prägen in Blech das zu prägende od. zu treibende Blech legt u. dann mit der genau dazu passenden Bunze (s. d. und Matrize) darauf schlägt oder preßt. — 2. s. Stantia. Stapel, m., nordd. Slaffel, m., lat. stabulum, 1. frz. chantier, engl. timber-store, Holzstall, Holzplatz. — 2. frz. Stape, engl. staple, Uferplatz zum Ausladen. — 3. franz. cale, engl. stocks, slips, pl., Arbeitsplatz zum Bauen der Schiffe. — 4. Gleich Stabel, Stäbchen, einer der Pfeiler, die die Salzpfannen tragen. — 5. frz. amas, bas, pile, engl. pile, heap, ein Stoß so auf einander gelegter Breter, daß dieselben parallel liegen und, nur durch ganz schwache Hölzchen, die man dazwischen legt, getrennt, die Luft zulassen, dadurch aber sehr gut austrocknen. Ueber den Unterschied zwischen Aufschränken u. Aufstapeln s. d. beiden betr. Art. Stapelholz, n., 1. frz. bois de chantier, engl. storetimber, aufgestapeltes Holz; s. d. Art. Stapel 5. — 2. Die kleinen Zwischenhölzchen; s. Stapel 5. — 3. frz. tin, engl. block, die Stützen eines im Bau begriffenen Schiffes. stapeln, trs. Z., s. d. Art. Aufstapeln und Stapel. Staple, s., engl., 1. s. d. Art. Stapel 2. — 2. (Schloss.) Haspe, Oese. Staple-plate, 8., engl. (Schloss.), Hakenblatt, Schließblech mit Riegelhäspchen. Staplus, m., lat., kleiner Kaufladen, Bude. Stapp, s. d. Art. Mäß. Stapularium, n.,lat., Reihe von Chorstühlen, s.Stalle. Star, s., engl., 1. Stern; starmoulding, Sternverzierung (s. d.). — 2.(Masch.) die Knagge, der Mimnehmer. Stara, starello, staro, s. d. Art. Mäß. Star-board, engl. (Schiffb.), Steuerbord. Stürke, f., 1. Stärnemehl, Amylum, n., frz. k6oule, f., amidon, m. engl. starch, amylum, ist ein zu den sogen. Kohlehydraten gehörender Körper, welcher zu den verbreitetsten Stoffen des Pflanzenreichs zu zählen ist. Die S. findet sich in den Zellen der verschiedensten Pflanzentheile abgelagert u. in bestimmten Organen der Pftanzen so angehäuft, daß sie den Hauptinhalt der Zellen ausmacht; s. auch d. Art. Holz 1. Zu Darstellung der S. werden gewisse stärkemehlreiche Produkte des Pflanzenreichs verarbeitet. Die Gewinnungsmethoden laufen sämtlich darauf hinaus, durch eine Reihe mechanischer Manipulationen die Stärkekörner von den sie begleitenden fremden Stoffen zu trennen. In Deutschland werden ausschließlich Kartoffeln und Weizen, seltener Mais, Reis etc., zu S. verarbeitet. Zu Eewinnung der Kartoffeistüre werden die Kartoffeln, die gewöhnlich 15.—20 % Stärkemehl enthalten, in einer Waschtrommel sorgfältig von Sand etc. gereinigt. Die gereinigten Kartoffeln gelangen dann auf einer schiefen Ebene aus dem obern Theil der Waschtrommel zu dem Reibecylinder; dieser ist auf seinem Umfang mit Sägezähnen besetzt u. zerkleinert die Kartoffeln bei schneller Umdrehung zu feinem Brei, der sich in einem untergesetzten Kasten ansammelt. Zum Auswaschen dieses Breies dienen nun 8 Metallsiebe von verschiedener Feinheit, welche über einem hölzernen Kasten parallel über einander aufgestellt sind. Das untere Sieb empfüngt den Brei, welcher durch zwei parallele, mit vielen Querstücken verbundene Ketten ohne Ende langsam nach oben geführt wird; ein beständig fließender Wasserstrahl wäscht den Brei aus u. führt das milchige Wasser in die Absatzbottiche. Die Faser bleibt auf dem obersten Sieb zurück. Nachdem die groben Verunreinigungen sich abgesetzt haben, läßt man die Stärkeflüssigkeit durch ein zweites, feineres Sieb laufen; das reine Stärkemehl setzt sich im Bottich zuerst ab, während die unreine Schicht oben bleibt und abgezapft werden kann. Das nasse, reine Stärtemehl wird nun auf Leinwandfilter zum Abtropfen gebracht und von da zum weitern Trocknen auf Gipsplatten, die einen großen Theil des Wassers einsaugen. Schließlich trocknet man die S. in Trockenstuben, deren Temperatur 60e nicht übersteigen darf, aus und zerkleinert daun das trockene Stärkemehl zu unregelmäßigen Stückchen oder zu feinem Pulver. Die Darstellung der S. aus Weizen erfordert viel mehr Sorgfalt. Da die Gegenwart des Klebers eine rein mechanische Trennung des Stärkemehls sehr erschwert u. zeitraubend macht, so nimmt man zu schnellerer Beendigung der Operation die Löslichkeit des Klebers in gewissen Säuren, Milch⸗,„Essigstture, zu Hülfe. Man läßt die Samen in Wasser quellen, zerquetscht sie dann mit Walzen zu einem Brei, den man in Boitichen mit viel Wasser verdünnt der Gährung überläßt. Die bei der Gährung entstehenden Säuren lösen den Kleber zu einer sehleimigen Flüssigkeit, auf dem Boden der Bottiche hat sich die S. mit den Hülsen des Weizens abgesetzt. Die abgesetzte Masse unterwirft man in einer siebähnlich durchlöcherten Trommel dem Auswaschen; die ablaufende milchige Flüssigkeit sammelt sich in hölzernen Absatzbottichen u. liefert einen aus mehre ren Schichten von verschiedener Reinheit hestehenden Bodensatz. Das reine Srärkemehl liegt auf dem Boden. Durch Abzapfen der oberen Schichten erhält man die stürbemehl-Sbibliothe Heidelberg reichste unterste Schicht, welche so lange mit Wasser gewaschen wird, bis die ablaufende Flüssigkeit nicht mehr sauer reagirt. Der Stärkebrei, welcher zuletzt resultirt, wird auf oben angegebene Weise getrocknet. Im Handel findet man die feinste S. gewöhnlich in Stengelform, die geringeren Sorten in unregelmäßigen Stückene. Die Anwendung der S. ist eine so vielseitige und bekannte, daß wir hier darauf nicht näher eingehen. Seao.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 253Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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