FeedSteinbohrmaschine
TechnikBau-Lexikon 1881

Steinbohrmaschine, k. A. franz. machine à forer en roc, engl. rock-boring-machine, Maschine zum Bohren in Fels, behufs der Sprengarbeit, sowohl im Bergbau wie im Tunnelbau, meist Gesteinsbohrmaschine gen. — 1. Handbohrmaschine. a) Handbohrmaschine von Lisbeth, seit 1861 bekannt, gegenwärtig vielfach verbessert, s. Fig. 3233. Der Schraubenbohrer a sitzt an der Bohrstange d, über welche die Schraubenspindel o geschoben ist, die in der Mutter d sich bewegt. Die Stange b ist mit der Kurbel e versehen, die für gewöhnlich mit dem verstärtten Endet der fe Spindele so verbunden ist, daß beide sich gleichzeitig drehen, n so daß also der Bohrer a den Windungen der Schraubenhspindel gemäß vorrückt. Bei sehr starkem Widerstand des Gesteins wird die Verbindung gelöst u. der Bohrer allein , Rahmen aber durch die Schraube hgegen Dach u. c, im Gegensatz zu voriger mit stoßender Bewegung . e zurückgezogen und zugleich umgesetzt (d. h. gecc, die Wulst kfassen. Ein mit der Bohrstange ver⸗ , bundener Kolben komprimirt zugleich die Luft im die größte Entwickelung als Kolbenmaschinen gefunden. Bereits veraltet sind die Maschinen von Sammiller, womit 1der Mont Cenis durchbohrt ward, dann die von Bartlett, Schumann, Schwarzkopf etc. Neuer sind die von Sachs, Bourleigh, Schramm, Darlington, Mae Kean, Dubois & Frangois, Ostercamp etc. Wir geben hier nur die von Darlington, Fig. 3235 u. 3236. Die als Motor benutzte komprimirte Luft tritt durch das Rohr 4 in den ringförmigen Raum B, den die Kolbenstange U im Cylinder O freiläßt, u. treibt den Kolben E in den hinteren Cylinderraum F. Aus diesem entweicht anfangs die Luft durch G ins Freie, wird aber, sobald der Kolben diese Oeffnung verschließt, komprimirt, bei weiterem Fortschreiten des Kolbens wird dann eine Verbindung zwischen B und Fdurch den Kanal EH hergestellt, durch den die komprimirte Luft aus B nach F strömt und nun auf die größere Fläche der Rückseite des Kolbens wirkt, wodurch der Kolben zurück und der an der Kolbenstange befestigte Bohrer Nagegen das Gestein getrieben wird. Bei diesem Rückgang des Kolbens wird zunächst der Kanal H wieder geschlossen, so daß keine weitere Treibluft in Feinströmen kann. Der Kolben geht dann nur noch ein kleines Stück weiter u. überschreitet G, durch welche die Luft ausströmt, worauf das Spiel von neuem beginnt. Das Umsetzen (d. h. Drehen) der Bohrstange geschieht mittels des im Cylinderdeckel Langebrachten Sperrrades K, das wegen der Sperrhaken Mnur nach einer Seite drehbar ist, und mit dem eine in das Innere des Cylinders ragende, in den Kolben eingebohrte, mit drei Drallzügen Nversehene Metallstange fest verbunden ist. Im Kolben selbst ist eine Mutter P befestigt, die in diese Drallzüge paßt und beim Spiel des Kolbens die Drehung bewirkt. Beim Vorschub des Kolbens und der Bohrstange dreht nämlich die Mutter P die Stange nebst Rad, während beim Rückgang die Sperrung des Rades durch den Sperrhaken den Kolben nöthigt, die Umsetzung auszuführen. Die Schraube dient zu Regulirung des Drucks der Sperrhaken gegen die Zähne. Die Maschine macht 600 bis 800 Spiele pro Minute. Fig. 3236 zeigt ihre Aufstellung in der Grube. Die Maschine A lagert im Rahmen B und kann in ihm, der Bohrtiefe folgend, mittels der Kurbel und der Schraube D mit Hand verschoben werden; B durch ein aus zwei Backen bestehendes Klammergelenk E manten jedoch Fig. wird hier eine mit 4—5 Zähnen versehene Krone aus gehärtetem Stahl du einen Wasserdruck von 50—200 Atmosphären gegen Gestein gedrückt, so daß die Krone in einer vor ihr h schreitenden Zermalmungszone arbeitet. Die Preßsäu ist der Träger der Maschine, d das Halslager, zwei kleine hydraulische Motoren, welche mittels der gekröpften Welle e das Schraubenradek drehen. An des Cylinders gäußerem Ende ist die Bohrröhre humit der Bohrkrone 1 befestigt, auf welche die Drehung des Schraubenrades sich überträgt; k ist eine mit o, K und g fest verbundene, am Halslager 5 verschiebbare Leitung, 1 das am Halslager befestigte u. im Kolben mendigende Kolbenrohr, mittels der Stopfbüchse n im Cylinder g gelidert; o ist der Zuleitungsschlauch des Triebwassers nach dem Ventil pu. den Motoren é; g leitet das verbrauchte! Wa sser nach dem Halslager b, aus welchem es beir in das Kolbenrohr l und von da durches zu dem Bohrer i gelangt, um das Bohrloch zu nässen und zu reinigen; t ist die Zuführung des hochgepreßten Triebwassers aus einem Akkumulator das Halslager b, von wo es durch u nach den Röhre und wgelangt. Durch ur tritt es in den Cylinderraun u. treibt den Cylinder g samt h u. i in das Gestein; k rücken mit fort; in dem ringförmigen Raum y w das Triebwasser permanent, durch 2 kann es abgelaf 236. Darlingtons Steinbohrmaschine. urch Kolben u. Stopfbüchse u. ermöglicht das Lösen der Preßdas säule vom Stein. Wasserverbrauch /½ —2 cbm. pro Stunde her⸗ ö bei 8—12 Pferdekraft des Bohrers B. lea B. frz. machine à forer en pierre, engl.stone-boring-Fig. 3237. Gestellwagen mit vier Darlington-Maschinen. r in engine, Maschine zum Bohren steinerner Röhren; sie ist envauf einem hölzernen Gerüst angebracht, welches mit der m x Sohle u. mit einer Mauer fest verbunden ist. Fig. 3239 ist fu. ein Grundriß der Maschine, darüber Durchschnitt derselben birkts nach & B. Das Gerüst hat ein Plateau P von Eichenholz, ssen welches mit fünf cylindrischen Oeffnungen versehen ist. An den unteren Ouerschwellen CO,/ D sind die Bohrer E,FI befestigt, u. auch die gußeisernen Ansätze mit ihren Stützen, welche als Muffe u. Träger für die Röhren dienen. An den oberen Balken K, Lsind fünf bewegliche u. doppelte Kasten M, N, O aufgehängt, von denen der eine in dem andern verschiebbar ist. Der Bohrmeißel hat eine der zu erlangenden Bohrweite entsprechende Stärke. Die unbewegliche Bohrstange ist unten in einem gußeisernen Fuß Udurch Keile befestigt, u. dieser Fuß od. Muff ist mit den Schwel⸗ d len O, D ebenfalls durch Schließkeile fest verbunden und wird nach vollendeter Bohrung weggenommen; während THUEK der Bohrung leitet die Bohrstange den Stein bei seinem Niedergang; letzterer gelangt auf drei bewegliche stählerne Meißel y, V, die in drei Falzen in dem gußeisernen Fuß ndt. sowie der von demselben umschlossene Stein, drücken mit ihrem ganzen Gewicht auf die Bohrschneide, damit der Stein ziemlich schnell durchbohrt wird. Der Motor theilt die Bewegung einem der Räder Gmit, durch dessen Drehung natürlich die anderen ebenfalls gedreht werden. Die auf diese Weise in Bewegung gesetzten Trommeln pflanzen die Bewegung auf die in dem inneren Kasten befindlichen Steine fort, welche niedergehen, bis die Bohrung vollendet ist. Dann ruht der Stein auf den Meißeln v, xvauf. Diese Meißel nehmen den ganzen viereckigen Theil des Steines auf eine Tiefe von 5—6 em. weg u. runden ihn regelmäßig ab; dadurch wird der Hals an diesem Ende der Röhren erzeugt. Um nun das andere Ende der Röhren, welches einen Muff bildet, herzustellen, ersetztman die breiten Meißel durch einen Bohrer, welcher die Bohrung um 6em. erweitert, so daß das hervorstehende Ende der andern Röhre hineinpaßt. Fig. 3240 zeigt in a u. b das Halsende, in o u.d das Muffende einer gewöhnlichen Röhre, in e die Ansicht, k u. g die Durchschnitte einer Röhre, die rechtwinklig mit einer andern verbunden werden kann.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 258Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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