thürme, Signalthürme, Wartthürme etc.; s. d. betr. Art. sowie d. Art. Burg, Kirche, Brückenthurm, Glockenthurm, Basilika, Rathhaus, Stadtthor, Leuchtthurm etc. Nach seiner Stellung gegen das Gebäude, zu dem er gehört, kann ein T.sein: ganz freistehend, angebaut, eingebaut, Giebelreiter, Dachreiter (aufgesattelter T.), Vierungsthurm, Kuppelthurm, Laterne, Eckthurm, Erkerthurm etc. Nach seiner Gestaltung: Dickthurm, Migalet, in der Regel rund, doch auch eckig; Dünnthurm, Minaret; Hochthurm; Plattthurm, oben mit Zinnen geschlossen; Spitzthurm etc. Die Gestaltung der Thürme ist natürlich höchst manchfach. Von den Griechen ist uns nur einer erhalten, der T. der Winde zu Athen, achteckig mit niederem Zeltdach; die Römer kannten nur Vertheidigungsthürme, oben mit Plattform und Zinnen; ähnlich waren die mittelalterlichen Festungsthürme, doch erhielten sie noch häufig eine Laterne auf den Zinnen oder einen kurzen Steinhelm; ihr Grundriß war meist rund oder quadratisch; s. dar. d. Art. Bergfried und Burg. Die ersten Glockenthürme (s. d. und d. Art. Campanile) waren ebenfalls rund, mit Pavillon u. niederem Zeltdach; später wurden sie viereckig, geböscht u. mit einem Pavillon mit hohem Zeltdach geschlossen. Im Anfang waren sie einzeln stehende Kultstätten, enthielten Grabkapellen, Thurmkapellen, die meist dem heiligen Michael geweiht waren. Vergl. d. Art. monasterium, Einzelbau, Kapelle und Karner. Später vereinigte man sie mit den Kirchen (s. d. Art. Kirche), aber erst im 12. Jahrh. ist die organische Verbindung der Westthürme mit dem Kirchbau vollendet. Die schönste Ausbildung erhielten sie in der Gothik. Einige der reichsten Beispiele gaben wir bereits in Fig. 1588, 1598, 1599, 1757, 1761, 1973—1976 etc.; hier folgt noch, als eine der graziösesten unter den einfacheren Thurmanlagen, die der Theinkirche in Prag, Fig. 3346. In der Renaissaneezeit kamen die unglücklichen zwiebelförmigen welschen Hauben in Mode. Die Thürme waren wohl überhaupt diejenigen Baukörper, mit denen sich der Horizontalismus der Antike am schlechtesten vertrug und die daher in der Renaissance⸗ und Zopfzeit zu den abenteuerlichsten Gestalten Anlaß boten; s.übr. noch d. Art. Pagode, Pilon, Dachreiter, Kirchthurm etc. — Thürme halten als Attribut die Heiligen Barbara, Leocadia, Ezechiel, Petronius etc. Thürmchen, nu., frz. tourelle, tourette, f. engl. turret, kleiner Thurm, kommt sowohl felbständig, wie bes. als Nebenthurm, s. z. B. Fig. 3346, vor. — Durchbrochenes T. s. v. w. Laterne.