FeedVentil
TechnikBau-Lexikon 1881

Ventil, u., ürz. soupape, k., valve, f., engl. valve, im allgemeinen jede Vorrichtung zum zeitweisen Verschluß einer Röhre, im engern Sinn aber ein solcher Verschluß, durch welchen die betreffende Oeffnung für eine Wasser- oder Luftströmung nur von einer Seite passirbar gemacht wird. Im weiteren Sinn gehört also hierher auch das Drehventil, frz. valve tournante, engl. turning, rotary valve, gewöhnlich Hahn genannt. Es giebt sehr vielfach abweichende Konstruktionen dieses in seiner einfachsten Form Jedem bekannten Drehventils; man unterscheidet 3. B. doppelt gebohrte, krumm gebohrte, zweifach krumm gebohrte oder sogenannte Vierwegshähne. Betreffs der V.e im engern Sinn unterscheidet man l. nach der Bestimmung: a) Einlaßventil, Drosselventil, frz. s. d'admission, engl. throttle-valve, admission-valve; b) Luftventil, frz. s. 5 air, atmosphérique, engl. air-valve, atmospherical valye; c) Absperrventil, frz. s. de mise en train, s. d'arrét, engl. stop-valve; d) Druckventil, Druckklappe, franz., s. d'ascension, engl. top-elack e) Saug⸗, Einsaugventil, franz. d'aspiration, d'inspiration, engl. bottom-elack, suction-valve; f) Expansionsventil, franz. s. de dstente, d'expansion, engl. cut-offvalve, expansion-valve; g) Vertheilungs⸗,Steuerungsventil, frz. s. de distribution, engl. distribution-valve; h½) das fixe V., franz. s. dormante, engl. Hxed valve; 1) Auslaßventil, frz. s. d&'emission, engl. eduetion-valve; E) Ausblasventil, franz. s. d'expiration, engl. foreingvalve; I) Druckventil, frz. s. de refoulement, engl. delivery-valve; m) Schnarr⸗, Schnarchpentil, frz. s. reni-Hante, engl. snifting valve; n) Sicherheitsventil, franz. 8. de süreté, engl. safety-valve. — 2. Nach der Konstruktion: a) Das Klappen- oder Klappventil, franz. s. 3 clapet, àcharnière, engl. elack-valve, eine Platte, die sich um die eine Kante drehend die Oeffnung verschließt. Bei Pumpen re. fertigt man sie aus Leder oder Filz, befestigt wohl auch behufs größerer Steifheit oder Beschwerung ein Stück Holz mit Schrauben darauf. An einer Seite wird das Leder festgenagelt, wodurch die Drehachse gebildet wird. Bei größeren Gebläsen erhalten die Cylinder auf Deckel und Böden eigene Aufsätze, in welchen das eben angegebene Art, oder der obere Rand der Platte erhält zu beiden Seiten Zapfen, die sich in Lagern bewegen. Häufig, besonders bei weiteren Rohren, schließt man die Oeffnung durch zwei neben einander liegende Klappenventile, in Fig. 3434 in ½ der natürlichen Größe dargestellt: a sind die Klappen, die aus Metall bestehen und deren Aufschlagefläche an den Rändern der Heffnung mit Smirgel bestrichen wird; e ist der Ventilsteg, e“ eine Schiene zur Befestigung des Scharnierleders, welche zugleich die Klappen an zu weitem Aufgehen hindert. b) Kugelventil, frz. s. à boulet, engl. ball-valve, spheri-IOTHEK C valve, Fig. 3435, besteht aus einer massiven oder hohlen Kugel a, at, welche in den oberen, entsprechend geestalteten Ansatz der zu verschließenden Oeffnung b paßt und daselbst vermöge ihres Gewichts verbleibt, bis ein größerer Druck von unten sie hebt. Der Dampf oder das „Wasser tritt nun an den Seiten derselben in die Höhe u. die Fig. 3435. Kugelventil. Fig. 3436. Scheibenventil. an zu hohem Steigen hindert. Druckpumpen mit Kugelventilen von Metall nutzen sich schnell ab und schließen wegen der zu geringen Elastizität des Metalls nicht dicht; besser sind bei geringem Druck hohle oder volle Kautschukkugeln, bei starkem Druck Metallkugeln, mit Kauschuk überzogen. e) Scheibenventil, Fig. 3486, besteht aus einer * ledernen oder metallenen Scheibe a, welche mehrere kleinere, neben einander befindliche Oeffnungen d, d des Kolbens I, II verschließt. d) Muschelveutil, Fig. 3437. Die zu verschließende Oeffnung b liegt horizontal, ist kreisrund und hat einen kegelförmigen schmalen Rand. Der Ventildeckela hateinen stift e, welcher in dreiflüge⸗ Jaihh liger Hülse e oder sonstiger Führung auf⸗ und niedergeht und so das V. genau leitet. Eine Spiralfeder. welche beim Aufgang des Deckels zusammengedrückt wird, beschleunigt das Fallen des Deckels. e) Aegelsiège conique, engl. conical valve, Fig. 3438. b ist der Bentilsth, e Steg mit der Führung für den Ventilstift e, a der Ventilkegel, der die Gestalt eines stark verjüngten Pfropfens hat u. massiv ist; das V.wird am häufigsten alsSicherheitsventil beiDampfkesseln u hydraulischen Pressen gebraucht; s. d. Art. Sicherheitsventil. Hier ist wegen des daraufliegen den Gegengeothek Heidelberg DFC wichts keine Leitung des Vis in der Oeffnung mittels cylindrischer Spindeln erforderlich. Kleine Sicherheitsventilstücke hängen an dünnen Ketten, damit sie beim gewaltsamen Hinauswerfen nicht verloren gehen. t) Schiebladenvenkil, Schieber, besteht aus einer langen Platte, welche über zwei Oeffnungen reicht, so daß, wenn die eine verschlossen wird, die andere sich öffnet. Diese Schieblade ist bisweilen so eingerichtet, daß sie zugleich den Dampf in den Kondensator führt. Näheres s. im Art. Steuerung und Dampfmaschine. g) Blasenventil, wird selten anderswo als bei Luftpumpen angewendet und besteht aus einem über die Oeffnung gespannten Stück Schweinsblase. h) Veckelventil, franz. s. en champignon, engl. potlid-valve. 1) Glochenventik, franz. s. lauterne, en chapeau, engl. grid-iron-valve, cap-valve. E) Vappelsihventile, franz. s. 2 double siège, engl. double-seat-valve. I) Gleichgewichtsventil, frz. 8. équilibrée, engl. equilibrium-valve. m) Drosselklappe, franz. s. 2 gorge, engl. throttle-valve.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 404Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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