Ventilator, m., Ventilationsmaschine, f., frz. ventilateur, machine pneumatique, engl. ventilator, fan, pneumatic engine. I. Extraktor od. Aspirator; so nennt man eigentlich jede Luftaufsaugvorrichtung, mag sie konstruirt sein wie sie will; den Namen Aspirator aber führt namentlich die von Pettenkofer in München erfundene, welche erst mit Wasser gefüllt wird, um die Luft aus derselben auszutreiben, u. nach Ablassen des Wassers durch das eine Ende die Luft am andern Ende einsaugt. Der Apparat ist aberzu komplizirt u. verlangtzu sorgfältige Abwartung, als daß man allgemeine Anwendung anrathen könnte, obgleich er sehr gute Dienste leistet. 2. Sehr wohlfeile u. allgemein bekannte Vien sind die geräuschvoll und mit wenig Erfolg arbeitenden Windrosen in den Fenstern der Zimmer, sowie an den Dunstfängen in Abtritten u. Viehställen. — 3. Auf Schiffen würde man dadurch am besten einen V. anbringen, daß man aus den Schiffsräumen eine Röhre über Deck führt u. unter dieselbe eine Lampe stellt, welche die Röhre erwärmt u. so das Ausströmen der Luft beschleunigt, während eine andere über Deck nach vorn gehende Röhre für Einführung reiner Luft sorgt; s. übr. d. Art. Segel. — 4. Flügelradgebläse oder Centrifugalventilator (s. d.), frz. ventilateur à force centrifugale, engl. centrifugal ventilator, fan, fanner. Fig. 3468 u. 3464 geben wir einen solchen in ½ der natürlichen Größe. AB ist der äußere Mantel, bei ga strömt die Luft ein, die an die Speichen e befestigten Schaufelnet führen dieselbe herum und treiben sie bei bhinaus. Vgl. übr. d. Art. Centrifugalgebläse. — 5. Hydraulischer V., Wasserhebungsmaschine, besteht aus einer senkrechten Röhre, deren mittlere drehbare Achse mit dicht neben einander liegenden, schräg gerichteten Flügeln versehen ist; das von denselben unten geschöpfte Wasser wird die Röhre entlang gehoben u. oben ausgegossen. Die Drehung bewirkt ein an der Achse befindlicher wägrechter Hebel. — 6. Die Ventilation für Bergwerke, Wetterhaltung gen., geschieht am einfachsten durch Oefen, wobei man den Wetterzug durch die Gruben dadurch bewirkt, daß man die in den Wetterschacht ausziehende Wettersäule durch ein Feuer auf der Schachtsohle verdünnt; den Weitermaschinen (s. d.) giebt man in Deutschland, Belgien u. Frankreich den Vorzug, weil die Wetteröfen trotz großer Einfachheit und geringer Reparaturbedürftigkeit doch noch größere Nachtheile haben. — 7. Als sehr zweckentsprechend u billig hat sich dievon Ur. Arnott erfundene Lüftungspumpe bewährt. Dieselbe wird durch den täglichen Wasserbedarf eines Gebäudes, welcher in einem Behälter auf dem Dachboden enthalten ist, gespeist; indem nämlich das Wasser nach u. nach aus dem Behälter hinabfällt, dient es zur Bewegung der Lüftungspumpe. Mittels eines einfachen Mechanismus können 36 cbm. 18 m. hoch herabfallendes Wasser 240 chm. frische Luft zuführen. Eine so getriebene Pumpe steht begreiflicherweise nur dann still, wenn das Wasser fehlt.