Verwandtschaft, k., chemische, frz. alfimité, k., engl. atfmity. Die Kraft, welche man als Ursache chemischer Erscheinungen ansieht, nennt man V., Affinität; sie zeigt sich in dem Streben, ungleichartige Körper zu homogenen, gleichartigen zu vereinigen. Die Erscheinungen der graduellen Unterschiede chemischer Affinität erklärt man durch die sog. Wahlverwandtschaften. Man unterscheidet: 1) die einfache Wahlverwandtschaft; wenn nämlich die Verbindung zweier Körper durch das Hinzutreten eines dritten in der Weise aufgehoben wird, daß der hinzutretende Körper sich mit einem der vorher verbundenen vereinigt u. den andern aus der ursprünglichen Verbindung verdrängt. Schema: + B, mit O in Berührung, giebt 4 + C, B wird ausgeschieden. — 2. Die doppelte Wahlverwandtschaft, wenn zwei aus zwei Theilen bestehende Körper mit einander in Berührung kommen, ihre Bestandtheile gegenseitig austauschen, so daß zwei andere neue Körper entstehen. Schema: K B und O+D in Berührung geben A + Cund B + D. — 3. Prädisponirende V., wenn ein Körper den Bestandtheil einer Verbindung nur durch Vermittelung eines dritten Körpers an sich ziehen kann, so daß der andere Bestandtheil jener Verbindung ausgeschieden wird. BCsei die Verbindung, & ist nicht fühig, Oaus der Verbindung B = C reißen; erst durch + E wird der Körper & hierzu befähigt; B wird frei.