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PflanzenreichBau-Lexikon 1881

Welle, f. frz. arbre, cylindre, essieu, m., engl. arbor, beam, shaft, axle-tree, I. auch Wellbaum gen. (Masch.), auf beiden Enden mit Zapfen in Lagern ruhender prismatischer und eylindrischer Körper, an dem sich Räder, Speichen oder Hebel befinden, denen er als Achse (s. d. 2.) dient. Sie sind von Holz oder Eisen, runden oder quadra-t tischen Querschnitts, massiv od. hohl, je nach den Umständen; s. d. Art. Rad, Haspel, Spindel etc. Der Lage nach! unterscheidetman a) stehende od. vertikale W., Ständer, frz. arbre de bout, a. vertical, mèche, engl. vertical shaft, barrel, spindle, s. d. Art. Spindel u. Winde; b) liegende od. horizontale, frz. a. de oομche, a. horizůntal, engl. Iying oder horizontal shaft; — der Gestalt nach: gerade; gekröpfte oder gebrochene, frz. a. Coudé, engl. cranked shaft; doppelt gekröpfte, franz. a. doublewent coudé, engl. double-cranked shaft, s. Krummzapfen — u. W. mit 2 gegenüberstehenden Hebeln, frz. ae en L, engl. crossaxe, und Kreuzwelle, franz. moulinet. Hölzerne Wen macht man am liebsten polygon. Fig. 3530 zeigt eine solche, wo aber links ein Stück herausgeschnitten ist, um die Einfügung des Wellenzapfens genau sehen zu lassen. Eiserne macht man eylindrisch oder in Form eines Körpers von gleichem Widerstand. Gegossene W.n, welche bes. stark aufBiegungsfestigkeit beansprucht werden, sollten nie massiv cylindrisch hergestellt werden, weil die Untersuchung derselben auf etwaige Gußfehler unmöglich ist. Man ersetzt gern den Cylinder durch einen Körper von großer Oberfläche und hat hierfür besonders die gerippten (Fig. 3531 und 3532) und die hohlen W.n. Bei den ersteren kann die Rippenbreite konstant od. variabel sein. — Eine große Anzahl von Wen, ja die Mehrzahl, wird auf Drehungsfestigkeit in Anspruch genommen, insbes alle Transmissionswellen, so auch die Wasserradwellen, bei welchen das Zahnrad unmittelbar auf der W. sitzt; die Schwungradwellen, alle an Arbeitsmaschinen vorkommenden Win etc. Unter denselben unterscheidet man bei Berechnung der Stärke schwere und leichte; zu den ersteren gehören die Win an den Motoren selbst, sowie die von denselben unmittelbar getriebenen W.n bis zu den stehenden Wen der Fabriken, endlich solche W.n, welche vielfachen Stößen ausgesetzt sind. Zu den leichten Wen gehören namentlich diejenigen an Arbeitsmaschinen, die durch Menschenhände getriebenen, die sich von stehenden Win abzweigenden Seitenwellen etc. Ist Ndie zu übertragende Kraft in Kilogrammometern, udie Umdrehungszahl und dder Durchmesser einer W., so mache man bei schweren gußeisernen W.n d 190% N/u, bei leichten gußeisernen und schweren schmiedeeisernen Win d 152 3 3 Nu, bei leichten schmiedeeisernen W.n d = 120 VN/u, wo d in Millimetern gegeben ist u nicht kleiner als 40 ˙m. sein darf. Vergl. auch d. Art. Grindel, Kurbel, Maschine, Dampfmaschine, Armloch, Hakenzapfen etc. — 2. (Wasserb.) eine Sandbank, die über das niedrigste Wasser hervorragt. — 3. Das stehende Holz am Geschleppe einer Stangenkunst. — 4. Auch Wellleiste, frz. onde, oymaise, eine Gliedform; s. d. Art. Glied H. 3. C. und Karnies. Man unterscheidet: a) fallende W., s. v. w. Sturzrinne; b) steigende, s. d. Art. Karnies 1.; ) verkehrt fallende, auch Kopfrinne genannt; d) verkehrt steigende, auch Kehlleiste genannt; s. Karnies. — 5. frz. Iame, onde, ondulation, engl. wave, undulation, W. eines Fluidums, auch Woge gen., die bekannte Erhöhung der Oberfläche von Flüssigkeiten s.d. Art. Geschwindigkeit etc. — 6. f. v. w. Reisbund, Reisigbündel.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 473Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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