Gosse, eine in den Straßen älterer Städte, meist zwischen dem Fußgängerwege und dem für den Wagenverkehr bestimmten Straßenteile angelegte Rinne, welche außer dem Abwasser der Grundstücke auch das auf die Oberfläche der Straße niederfallende Regenwasser aufzunehmen hat. Die G. besitzen große übelstände, das schmutzige, durch Urin, Pferdedünger u. s. w. verunreinigte Wasser läßt bei mangelhaftem Gefälle seine Sinkstoffe fallen, deren Zersetzung die Luft verpestet, das Einfrieren im Winter bedingt Stockungen in der Abhr, die offenen Rinnen vermindern die Breite der assage und erschweren die Zufahrt in die Häuser. N neuerer Zeit werden die G. zweckmäßig durch anäle ersetzt. (S. Kanalisation.)
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 216Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei