FeedGravesend
VerkehrBrockhaus 1882

Gravesend, Municipalstadt und seit 1868 Parlamentsborough in der engl. Grafschaft Kent, am südl. Ufer der Themse, 32 km unterhalb London, an der Nord-Kent-Bahn, hat im ältern Stadtteile enge und krumme Straßen, aber schöne Gebäude in den Vorstädten nach Westen und Osten, wo sich Milton als Badeort auszeichnet. Der Ort besitzt ein Stadthaus, ein litterarisches Institut und infolge des besonders Sonntags sehr starken Besuchs von Einwohnern Londons und Touristen und des Verkehrs der hier mit den Dampfschiffen vom Kontinent Ankommenden und Abreisenden zahlreiche Theehäuser, öffentliche Gärten, Hotels u. s. w. G. zählt (1881) 23375 E., welche sich größtenteils mit Schiffahrt, Schiffbau, Fischfang und Handel mit Schiffsproviant beschäftigen. Unterhalb der Stadt liegt New-Tavern-Fort und gegenüber Tibury-Fort, von Heinrich VIII. zum Schutz der Themsemündung erbaut und seitdem vergrößert und verstärkt. Noch weiter unterhalb verteidigen zwei Forts, jedes von 50 schweren Kanonen, und zwei schwimmende Batterien den Eingang in die Themse. G. gilt als Endpunkt des londoner Hafens und ist der Sammelpunkt der großen, in See gehenden Kauffahrer. Alle einfahrenden Schiffe nehmen hier die Zollbeamten an Bord. Die Umgegend versieht London mit vortrefflichen Gemüsen, namentlich mit gutem Spargel. Fruher gingen jährlich von G. und London über 200 bedeckte Fahrzeuge auf den Fischfang aus, um die Hauptstadt mit frischen Fischen zu versorgen; doch hat dieser Erwerbszweig seit der Anlage von Eisenbahnen von London nach den verschiedenen Küstenorten sehr abgenommen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 316Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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