Grübelsucht, krankhafte Erscheinung auf geistigem Gebiet, ist charakterisiert dadurch, daß der damit Behaftete sich selbst unwillkürlich allerhand zwecklose, vielfach unlösbare Fragen (3. B. warum gibt es Menschen?» cwarum hat der Mensch zwei Beine?v awarum ist die Welt geschaffen? v) oder auch Reihen von Fragen vorlegt («krankhafte Fragesuchto), welche er nicht willkürlich aus dem Bewußtsein zu bannen vermag. Es besteht ein Zwang, nach gewissen Richtungen hin die Gedanken zu lenken, weshalb die Symptome der G. im allgemeinen unter die Kategorie der Zwangsvorstellungeno (s. d.) gehören. Die G., welche meist in Form kürzer oder länger dauernder, sich wiederholender Paroxysmen auftritt, ist Teilerscheinung vieler Geistes- und Nervenkrankheiten, besonders der sog. Neurasthenia cerebralis (Hirnnervenschwäche), deren sonstige Symptome sich vielfach mit der G. mischen. Die G. ist ein sehr hartnäckiges Leiden und meist unheilbar. Die Behandlung richtet sich gegen das Grundleiden, die Ursachen (besonders sexuelle Excesse); mitunter sind Zerstreuungen, Reisen u. dgl. von günstigem Einfluß. Grubenbau. Grube heißt jeder zu bergmännischen Zwecken unterirdisch hergestellte Raum. Von den Gruben unterscheiden sich die Gräbereien, welche unmittelbar am Tage zur Gewinnung der oberflachlichen Lagerstätten, wie des Torfs, Raseneisensteins u. a., durch bloße Aufdeckarbeit geführt werden. Steinbrüche werden nicht selten unterirdisch betrieben und erlangen dann AÄhnlichkeit mit G. Der Pingenbau auf Bohnerze in Frankreich, Kupfererze in Schweden, Spateisenstein in Steiermark u. s. w. tritt bei flacher Konfiguration der Oberfläche ein und geht gewöhnlich in Steinbruchsbetrieb über. Als ein Mittelglied zwischen Grube und Gräberei kommt der Tagebau (Aufdeckarbeit) bei söhligen oder flach geneigten, nahe unter Tage liegenden Lagerstätten, z. B. bei Braunkohlen, vor; die meisten Steinbrüche gehören auch hierher. Seifenwerke zur Ausbeutung metallischer ineralien, als Gold, Platin, Zinnerze, und der Edelsteine, im Seifengebirge (Sand⸗, Geschiebe⸗ und Lehmablagerungen) durch den Prozeß des Auswaschens reihen sich bald mehr den Gräbereien, bald den Tagebauen an. Der Natur der Sache nach ist beim Bergbau der unterirdische Bau vorherrschend. Um die Lagerstätten der nutzbaren Fossilien in gewissen Teufen zugänglich zu machen (aufzuschließen, auszurichten), damit sie von dort aus gewonnen werden, erfolgt die erste Ausrichtung durch Stollen oder Schächte. (S. Bergbau, Bd. II, S. 804.) Die beim Stollenbetriebe vorkommenden lerschrotenen) Wasser gelangen vermöge der Gestalt des Baues auf natürlichem Wege zu Tage. Die Öffnung eines Stollens am Tage heißt das Mundloch, ein von diesem bis zum nächsten Wasserlaufe geführter Graben die Stollenrösche; die obere Begrenzung des Stollens wird Firste, die untere die Sohle, die beiden Seitenwände werden Stöße genannt. Die Dimensionen sind abhängig von der Wassermenge, der eigentümlichen Natur der Lagerstätten, ob Gänge, Lager, Flötze, Stockwerke abzubauen sind, und sonstigen Iwocken. Ausgedehnte Stollenanlagen haben die ältern Erzbergbaue, z. B. der obere Harz, die mansfeldischen und freiberger Reviere. Die Ausrichtung einer Lagerstätte durch Schächte geschieht in der Regel im unverritzten Felde, d. h. einem solchen, in welchem vorher noch nicht Bergbau betrieben worden, bei söhliger oder schwach geneigter Flötzlagerung, wie z. B. beim Steinkohlenbergbau. Die Schächte haben je nach der Beschaffenheit des Gebirges einen rechteckigen, quadratischen, polygonalen, oder auch runden, selten elliptischen Querschnitt. Die Ausmündung eines Schachtes am Tage heißt die Hängebank, seine Wände heißen Stöße. Die Herstellung (Abteufen, Absinken) der Schächte verursacht durch Gebirgsdruck und Wasserzuflüsse oft die größten Schwierigkeiten und Gefahren. am 100 gehört besonders der wasserdichte Ausbau im lockern, mit Wasser durchdrängten (schwimmenden) Gebirge. Die hierbei vorkommende Abdämmungsmethode hat in Belgien und Frankreich die Namen Picotage (hölzerne Nagelkränze) und Cuvelage (hölzerne Aufsatzkränze, Tragekränze, bei runden Schächten auch wohl von Gußeisen) erhalten. Die Details solcher wasserdichten Ausbaue (Abtreibearbeit und Senkarbeit) variieren je nach der Ortlichkeit vielfach, haben aber überall die Herstellung eines undurchdringlichen und festen Schachtraums zum Zweck. Die wasserdichte Mauerung (sog. Senkmauerung) kommt bei großer Höhe der Wassersäule, mäßigen Wasserquantitäten und geringem Druck in Anwendung. Beim Bergbau unterscheidet man Tiefbaugruben von Stollengruben; häufig geht der Stollenbau voran, der Tiefbau, auf dem die higen . jedes an sich überhaupt der Entwickelung fähigen Bergbaues beruht und der solche Aufschlußarbeiten in sich faßt, die mit Hilfe einer künstlichen Wasserhaltung gemacht werden, folgt nach. Ein Tiefbauschacht besteht in der Regel aus mehrern durch Zimmerung gebildeten Abteilungen, deren 9——7 ein Trumm (Förder⸗, Wasserhaltungs⸗, Fahr-Trumm) heißt. Der Ausbau desselben, die Abkleidung des Gebirges, geschieht bei mäßig ständhaftem Gebirge durch Bolzenschrotzimmerung, bei weniger standhaftem Gebirge durch ganze Schrotzimmerung und Verwandrutungen. Auch Mauerung, runde oder auch elliptische, findet vielfach Hen, Ciulet Schächte dienen überhaupt nicht bloß Del Einleitung eines Tiefbaues, sondern auch insbesondere zur Förderung, Fahrung und Herbeiführung guter Wetter und heißen dann beziehungsweise Förder⸗, Fahr⸗, Waserhaltungs⸗ und Wetters chächte. Zu den Ausrichtungsarbeiten gehören ferner die Grundstrecken Gauptstrecken), d. . ie tiefsten streichenden Strecken (Läufe mit regelmäßigem Querschnitt und söhliger Richtung), welche auf der Lagerstätte fortgehend das Feld aufschließen. Ferner gehören hierher Querschläge, d. h. Strecken, welche nach einer Lagerstätte hin quer durch das Flötz oder Gebirgsgestein getrieben werden. Die bei Stollenanlagen getriedenen Grundstrecken werden Sohlen- oder Gezeugstrecken genannt; sie sammeln die über ihrem Niveau erschrotenen Wasser und führen diese den Sümpfen beim Schachte der Wassererhebung zu. Die nun folgenden speziellen Vorrichtungsstrecken bereiten den Abbau vor und sind gewöhnlich Betriebe innerhalb der Lagerstätten. Streichende Strecken werden im Streichen, schwebende in der Fallrichtung der Lagerstätten geführt (aufgefahren). Bremsberge (Bremsschächte, Bremswege) sind Verbindungen zweier Sohlen meist in der Falllinie der Lagerstätte, um die Fördergeräte mittels künstlicher Vorrichtungen aus einem höhern Punkte zu einem tiefern durch hemmende Bewegung herabzulassen. Förderstrecken werden 11 Abbauen des Grubenfeldes meist söhlig na hgefahren und dienen bloß zum Fördern; doch gibt es auch diagonale, d. h. schräge, welche zwei gegenüberstehende Winkel eines Vierecks vereinigen. Für die Dimensionen aller Arten von Strecken gibt die Rücksicht auf die Art der Förderung und der Fördermassen das Anilten. über Abbaumethoden, Grubenausbau, eleuchtung, Brand, Fahrung, Förderung, Gezähe, Wasserhaltung, Wetter, ebenso über Litteratur dieser Gegenstände s. unter Bergbau.