FeedArcänum (lat.)
HeilkundeBrockhaus 1882

Arcänum (lat.), eigentlich das Abgeschlossene, dann das Geheime und Geheimnisvolle, wurde schon bei den alten Römern in der Religionssprache vorzugsweise für die geheimen, nicht auszusprechenden Dinge gebraucht, namentlich aber verstand man darunter die Mysterien oder sonst den Uneingeweihten verschlossenen Ar das Wort der Priesterschaft. m letztern Sinne ist das Wort auch in die christl. heologie übergegangen. (S. Arkandisciplin.) In der Alchimie des Mittelalters spielten die Arcana eine wichtige Rolle: Präparate von angeblich besonderer Wirkung, deren Zusammensetzung man geheim hielt. Auch wurden unter A. die höchsten Probleme der Alchimisten, das Große Elixir und der Stein der Weisen, begriffen. In der spätern 2., Ihrurrlole und un Alchimie ist A. das ber heime, körperlose und unsterbliche Etwas. Uber die Arcana in der Medizin s. Geheimmittel. Areesiläus (grch. Arkesilaos), griech. Philosoph, Stifter der zweiten akademischen Schule, geb. zu Pitane in Nolien 316, gest. 241 v. Chr., gelangte, nachdem er eine sorgfältige Erziehung genossen hatte, durch die Vorträge des Peripatetikers Theophrast und des Akademikers Krantor, wohl auch durch den Umgang mit Pyrrho zu einer eigenen philos. Anschauung, mit welcher er, später selbst an der Spitze der Akademie stehend, derselben eine neue Richtung und Lehrmeinung gab. Indem er von der an der Akademie Sitte gewordenen Weise des Vortrags zu der Sokratischen Art des Fragens und Disputierens zurückgriff, machte er den einschneidenden Skeptiismus, welchen er selbst mit Hilfe der Platonischen ialektik gegen die dogmatischen Behauptungen der Stoiker, namentlich Zenos, richtete, in seiner anzen Schule lebendig. Er ging über die Sokratische Lehre vom Nichtwisseno so weit hinaus, daß er auch die Möglichkeit von einem solchen Wissen des Nichtwissens leugnete, weil es überhaupt kein sicheres und zweifelloses Kriterium der Ien de gebe, und empfahl deshalb das Zurückhalten des apodiktischen Urteils als ein die diefe Aut des Step. des Gemüts förderndes Gut. Diese Art des Skeptizismus läuft daher wesentlich auf eine bescheidene Zurückhaltung in wissenschaftlichen 1— und auf die Lehre hinaus, daß man sich mit der Wahrscheinlichkeit begnügen müsse. Ein solcher Probabilismus (s d.),lehrt er, genüge vollständig für unsere praktische Thätigkeit, für welche das von spekulativer Einsicht unabhängige Sittlich-Vernünftige die Richtschnur bilden wusse [mation.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 845Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Heilkunde 6