FeedGuillaume de Lorris
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Guillaume de Lorris, altfranz. Dichter, Verfasser des ersten Teils des berühmten allegorischen „(Roman de la Rose, geb. im zweiten Decennium des 13. Jahrh. zu Lorris im Gätinais, gest. um 1240, begründete die allegorisch-didaktische Poesie in Frankreich, die dort bis zum Ausgange des Mittelalters herrschte und in den übrigen europ. Kulturländern nach Frankreichs Vorgange im 13. Jahrh. ebenfalls sich verbreitete. G.s in der Form neue, poetisch konzipierte und durch ihre freien Ideen lange Zeit hindurch Anstoß bereitende Dichtung vom Thun und Empfinden des Liebenden wurde von Jehan de Meung in satirisierendem Geiste fortgesührt und Gegenstand vielseitigster Nachbildung in der französischen wie ausländischen Dichtung. Noch Cl. Marot besorgte 1526 eine neue Ausgabe der vollständigen Dichtung. Neuere Ausgaben lieferten Méon (4 Bde., Par. 1814), Michel (Par. 1869), P. Marteau mit franz. Übersetzung (5 Bde., Par. 1878).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 605Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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