Guignes (Joseph de), Orientalist, —— Pontoise 19. Okt. 1721, studierte die orient. Sprachen unter Fourmont, wurde nach dem Tode seines Lehrers an dessen Stelle 1745 bei der Bibliothek des Königs als orient. Dolmetscher angestellt, 1753 Mitglied der Akademie der schönen Wissenschaften, noch in demselben Jahre königl. Censor und 1769 Aufseher der Altertümer im Louvre. Durch die Revolution verlor er seine Anstellung, sodaß er in große Dürftigkeit geriet. Er starb zu Paris 19. März 1800. Besondern Fleiß widmete er dem Studium der chines. Sprache, welche er fälschlich nach ihren Schriftzeichen aus der ägyptischen ableitete. Vgl. sein «Mémoire, dans lequel on prouve que les Chinois sont une colonie égyptiennes (Par. 1759). Unter seinen übrigen Schriften behauptet den ersten Platz die Histoire geénérale des Huns, des Turcs, des Mogols et des autres Tatares occidentauxo (4 Bde. in 5 Tln., Par. 1756 — 58), die aus den wichtigsten, damals meist noch unbenutzten morgenländ. Quellen mit großem Fleiße geschöpft war, aber in Hinsicht auf Stil, Geschmack und Kritik vieles zu wünschen übrig ließ. Auch gab er Gaubils übersetzung des „(Chou-Kingo (Par. 1771) heraus. Chrétien Louis 90 58 2 de G., der Sohn des vorigen, geb. zu Paris 20. Aug. 1759, ging 1784 als Resident nach China und begleitete 1794 die holländ. Gesandtschaft nach Peking, von wo er 1801 nach Frankreich zurückkehrte. Hier gab er seine Voyage à Pekin, Manille et L'Isle de France (3 Bde., Par. 1809, nebst Atlas, deutsch von Methus. Müller, 3 Bde., Lpz. 1810) heraus und auf Befehl Napoleons I. das vom Missionar Basilio de Glemona gearbeitete Dictionnaire chinois, français et latino (Par. 1813), zu welchem Klaproth ein Supplement (Par. 1819) lieferte, das bloßes Fragment geblieben ist und keine eigene Forschung aufweist. G. starb 9. März 1845.