FeedGodölin
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Godölin, eigentlich Goudouli (Pierre de), der ausgezeichnetste der languedoeschen Dichter, geb. 1579 zu Toulouse, studierte die Rechte und wurde Advokat, doch seine Neigung zur Poesie, die durch das Lesen der röm. Dichter noch gesteigert wurde, zog ihn bald von seinen amtlichen Beschäftigungen ab. Er dichtete nicht in der franz. Landessprache, sondern zuerst wieder in der wohllautenden Sprache seiner Heimat, der langue d'oc, und zwar anmutige Liebeslieder, zarte Idyllen, fein spottende Epigramme, in nordfranz. Sprache ein Chant-royal, der in den Jeux floraux den Preis erhielt, und eine Ode auf Heinrichs IV. Tod, die ein unübertreffliches Meisterwerk ist. Diese Dichtungen wurden von G.s Landsleuten mit Beifall aufgenommen und sogar ins Italienische und Spanische mehrmals übersetzt. Der Rat seiner Vaterstadt verlieh ihm ein kleines I09 or f in dessen Genuß er bis an seinen Tod blieb; er starb 10. Sept. 1649 in einem Karmeliterkloster. Außer den ältern Ausgaben seiner Werke (Toulouse 1648 u. 1693) ist eine neuere von Cayla und Paul (Toulouse 1843 u. 1853) vorhanden.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 148Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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