FeedGura (Eugen)
MusikBrockhaus 1882

Gura (Eugen), Baritonist, geb. 8. Nov. 1842 zu Pressern bei Saaz in Böhmen als der Sohn eines Volksschullehrers, besuchte erst das Polytechnikum zu Wien, dann die wiener Malerakademie und setzte seine Studien bei Prof. Anschütz in München fort. Seit 1863 widmete sich G. der Bühne. Franz Lachner engagierte ihn als Baritonist für das münchener Hoftheater, auf dem er 1865 zum ersten male auftrat. Im J. 1867 nahm er ein Engagement am neuen Stadttheater zu Berlin an. Von 1870 bis 1876 wirkte er in Leipzig am Stadttheater und zugleich als Lieder⸗ und Oratoriensänger und legte hier den Grund zu seinem Rufe. Im Sept. 1876 wandte er sich nach Hamburg, nachdem er wenige Wochen vorher in Bayreuth mit glänzendem Erfolge den Gunther (Götterdämmerungo) gesungen hatte. Seit Aug. 1883 ist er Mitglied des münchener Hoftheaters. G. gehört . den besten Wagner-Sängern; sein Hans Sachs, Telramund,‚ Wolfram, Holländer u. s. w. sind prächtige Gestalten, aber auch in andern Opern, klassischen und neuen, leistet er Vorzügliches. Als Liedersänger fand er den meisten Beifall durch den Vortrag Loewescher Balladen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 631Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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