Abt (Franz), beliebter Liederkomponist, geb. 22. Dez. 1819 zu Eilenburg in der preuß. Provinz Sachsen, besuchte die EitTrechocte. u Leipzig und studierte seit 1838 daselbst Theologie. Angeregt durch das lebhafte leipziger Musikleben und durch die Bekanntschaft mit Mendelssohn, wurde er jedoch zur Tonkunst hingezogen. Bald sah er sich an der Spitze eines Studentengesangvereins, fand auch für seine Tanz⸗ und Pianofortekompositionen Verleger. Anfang 1841 ging er als Musikdirektor an das bernburger Hoftheater, im Herbst desselben Jahres in gleicher Eigenschaft nach 8. an das unter Charlotte Birch-Pfeiffer stehende Aktientheater. Als Gesanglehrer und Dirigent von Gesangvereinen gesucht und geschätzt, als Komponist beliebt, verweilte er in Zürich bis in den Herbst 1852, wo er als stellvertretender und zweiter Kapellmeister an das braunschweiger Hoftheater berufen wurde. Im Frühjahre 1855 ernannte ihn der Herzog von Braunschweig zu seinem ersten Hofkapellmeister. Durch angenehme Melodik, leichte Sangbarkeit und gefälligen Ausdruck haben sich A.s zahlreiche ehstimmigt Lieder und seine Männerquartette in Deutschland wie in Amerika eine weitverbreitete Popularität erworben. Zu den bekanntesten seiner Lieder gehören: ⸗Wenn die Schwalben heimwärts ziehno und «Gute Nacht, du mein herziges Kindy. Seine Produktivität ist seh groß; bis 1881 hatte A. schon über 580 Hefte publiziert, von denen manches 20—30 Nummern enthält. Abtakeln heißt, ein Schiff behufs vorzunehmender Reparaturen seines Tauwerks (der Takelage) und der obern Teile seiner Masten sowie der damit in Verbindung stehenden Teile entkleiden. (S. Takel.) Abteufen oder Absinken bezeichnet das Anlegen eines Schachtes von oben nach unten; als Substantivum bedeutet A. den tiefsten Punkt eines Schachtes, wird aber auch für einen ganzen Schacht gebraucht, wenn er verhältnismäßig nicht tief ist.