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ErdkundeBrockhaus 1882

Gustavia, Hauptstadt der Insel Barthélemy Schweden zu Ehren benannte Myrtaceengattung des tropischen Amerika, die in vieler Beziehung mit der Gattung Eugenia übereinstimmt, kleine Bäume enthaltend mit immergrünen, einfachen, meistens mehr oder weniger lanzettförmigen, am Rande gezähnten Blättern und mit prächtigen vier-bis achtblätterigen Blumen, in der Mitte mit zahlreichen, am Grunde verwachsenen Staubfäden. Alle Arten der Gattung sind durch hocheleganten Wuchs wie durch die Größe und Farbenschönheit der Blumen ausgezeichnet. In den Gewächshäusern werden kultiviert G. augusta L., speciosa DO., urceolata Poir., insignis Lind., Theophrasta Pall. Die neueste, durch William Bull in Chelsea eingeführte Art ist G. gracillima, von Roezl in den Vereinigten Staaten Columbiens entdeckt. Sie besitzt einen schlanken Stamm, besetzt mit langen, schmallanzettlichen, zugespitzten, an dem Stiel verschmälerten, am Rande scharf gesägten Blättern. Die Blumen erscheinen einzeln oder paarweise in den Blattachseln wie aus den Knoten des bereits blattlos gewordenen Stammes, haben 10 em im Durchmesser und die achtblätterige Korolle ist von lieblicher Rosafärbung, mit der die violetten Staubgefäße angenehm kontrastieren. Die Gustavien gehören in das Warmhaus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 644Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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