Haar (Bernard ter), holländ. Dichter, geb. 13. Leide 1806 zu Amsterdam, studierte daselbst und in eiden Philologie und Theologie und bekleidete dann Predigerstellen in verschiedenen Städten. Im J. 1838 erschien sein Johannes en Theogenesv (Arnheim, 4. Aufl. 1856), eine dichterische Erzählung in dem romantischen Stile des Walter Scott; dieser folgte die Erzählung MHuibert en Klaartjep (Haag 1844; 3. Aufl., Harlem 1858), anerkanntermaßen H.s Meisterstück. Schon vorher war H. auch als Prosaschriftsteller aufgetreten mit seinen Geschiedenis der Kerkhervorming in tafereelen (Haag 1843; 5. Aufl., Amst. 1854; hochdeutsch von C. Groß, Gotha 1856). Die größte poetische Thätigkeit entfaltete er als Pastor in Amsterdam (1843 —500. Hier veröffentlichte er De St. Paulus Rots9 (Amst. 1847; 5. Aufl., Arnheim 1865), ein Gedicht, das trotz des Mangels an psychol. Tiefe durch den Wohlklang der Verse, die Schönheit der Sprache und die Farbenpracht der Naturbeschreibungen gerechte Anerkennung fand. In der 1849 veröffentlichten Verzameling van verspreide en onuitgegeven Gedichteno (3. Aufl., Arnheim 1852), wie auch in den VLangen van vroegeren leeftijd en Nieuwe Gedichteno (Arnheim 1851; 2.Aufl. 1857), zeigt H. eine Hinneigung zur meditativen Lyrik nach dem Muster Lamartines. Seine Ernennung zum ord. Professor der Kirchengeschichte an der Hochschule zu Utrecht (1854) unterbrach zeitweilig seine dichterische Thätigkeit, und erst 1866 trat er mit einer dritten Sammlung «Gedichteno auf, worunter einzelnes, unter anderm Eliza's vlucht o, zu dem Schönsten gehört, was er geschrieben hat. Ferner sind hervorzuheben die durch Renans «Vieé de Jésusy veranlaßten zehn Vorträge unter dem Titel „Wie was Jezus 2v (Utrecht 1863) und die verdienstliche «Historiographie der Kerkgeschiedeniso — 1870— 73). Nachdem H. 1876 in den zuhestand versetzt war, zog er sich nach dem Dorfe Velp in der Nähe Arnheims zurück, von wo seine Laatste Gedichteno datiert sind (Haag 1879). Fast zu gleicher Zeit erschien eine Volksausgabe seiner „Kompleete Gedichteno (Haag 1878 — 79). H. starb 19. Nov. 1880. Vgl. N. Beets, «Levensbericht van Bernard ter H.v (Leiden 1881).