Haidukenkomitat in Ungarn wurde im J. 1876 aus dem frühern Haidukendistrikt und einigen Teilen der Komitate Szaboles und Bihar mit der Stadt Debreczin als Vorort neu gebildet. Dasselbe hat einen Flächeninhalt von 3353,22 qkm mit (1880) 173 329 Seelen, größtenteils Magyaren (94,8 Proz.), die Deutschen machen nur 1,6 Proz. der Bevölkerung aus. Dem Bekenntnis nach gehören die Bewohner vorwiegend (78,3 Proz.) der reform. Kirche an; 10,4 Proz. sind römisch⸗, 5,8 Proz. griechisch-katholisch; 8444 Juden. Der Boden ist fast durchgehends vollkommen Tiefland und mit Ausnahme des sandigen Strichs im Nordosten sehr fruchtbar, leidet aber an Baumlosigkeit; nur der nordöstl. Teil ist bewaldet. Die Theiß berührt die westl. Grenze des Komitats, dessen Hauptflüsse (Hortobägy, Berettyd) in der heißen Jahreszeit nahezu austrocknen; zahlreicher sind kleinere Seen, Tümpel und Moräste. Das im allgemeinen trockene Klima ist gesund, nur in den Sumpfgegenden fieberreich. Landwirtschaft und Viehzucht werden schwungvoll betrieben. Man erzeugt Weizen, Mais, Tabak, Melonen und Obst; die Viehzucht liefert namentlich Hornvieh, Schafe und Schweine. Gewerbe und Industrie sind nur in Debreczin nennenswert; der Handel beschäftigt sich hauptsächlich mit Rohprodukten. Das Komitat hat eine königl. Freistadt (Debreczin), 14 Marktflecken Eum Teil mit städtischem Magistrat) und 4 Dörfer, aber zahlreiche Puszten und Meiereien (Tanyen).