FeedLoyöla (Ignaz von)
ErdkundeBrockhaus 1882

Loyöla (Ignaz von), eigentlich Inigo Lopez de Recalde, der Stifter des Ordens der Jesuiten (s.d.), geb. 1491 auf dem Schlosse Loyola in der span. Provinz Guipuzcoa, das jüngste von elf Kindern, verlebte seine Jugend als Page an dem Hofe Ferdinands des Katholischen, diente dann bis in sein 20. Jahr im Militär und war bei geringen Geistesgaben ritterlich und phantastisch. Bei der Belagerung von Pamplona durch die Franzosen 1521 an beiden Beinen schwer verwundet, ließ er, nachdem die Heilung schon vollendet, den einen Fuß, welcher nicht gerade geworden war, noch einmal brechen. Während der zweiten Heilung wurde durch Lesen einer Lebensbeschreibung Christi und mehrerer Heiligenlegenden aus dem Weltmanne ein Heiliger. Sobald er hergestellt war, verteilte er seine Guter unter Arme und pilgerte nach dem Montserrat, wo er dem wunderthätigen Marienbilde seine Waffen weihte, sich zum Ritter der Heiligen Jungfrau erklärte und im Hospital zu Manresa leinem benachbarten kleinen Orte) ascetischen übungen widmete. Zehn Monate später schiffte er sich in Barcelona nach Palästina ein. Doch sein Plan, hier sich der Bekehrung der Mohammedaner zu widmen, wurde von dem Wächter des Heiligen Grabes, dem Provinzial der Franziskaner, gemißbilligt, und er kehrte daher 1524 nach Barcelona zurück und begann nun die lat. Grammatik zu studieren. Nach zweijährigem Aufenthalt daselbst ging er auf die hohe Schule zu Complutum, wo er anfing, andere zu geistlichen Übungen anzuleiten und dem Volke Religionsunterricht zu erteilen. Die Inquisition aber ließ ihn, als der Zauberei verdächtig, festnehmen und gab ihn erst 1528 wieder frei, worauf er nach Paris ging, um Theologie zu studieren. Hier entwarf er mit mehrern Landsleuten und Franzosen, wie Laynez, Bobadilla, Rodriguez, Pierre Lefevre u. a., 1534 den Plan, einen Orden für den kath. Glauben zu stiften. Da indes einige derselben ihre Studien noch nicht beendet, so begab sich L. bis zu diesem Zeitpunkte wieder nach Spanien. Aufs neue trafen sie 1537 in Venedig zusammen und gingen von hier nach Rom, wo sie nach Überwindung mehrerer Schwierigkeiten vom Papst Paul III. 27. Sept. 1540 die vorläufige und 1543 die volle Bestätigung des Ordens erhielten und nun das vierfache Gelübde in die Hände des Nuntius Veralli zu Venedig ablegten. L. wurde 1541 zum ersten Ordensgeneral ernannt, obgleich eigentlich Laynez (s. d.), sein Nachfolger im Amte, schon damals die Seele und der Begründer und Ausbilder des Ganzen war. Er starb 31. Juli w1556, wurde 1609 von Paul V. selig und 1622 von Gregor XV. heilig gesprochen. Die kath. Kirche feiert sein Fest 31. Juli. Er schrieb zwei Werke in span. Sprache, die Ordenskonstitutiono und Heben N. Übungeno (Rom 1548). Sein Leben beschrieben Ribadeneira, Maffei und Bouhours. Vgl. Spuller, Ignace de L. et la compagnie de Jésuso (Par. 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 203Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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