Hakluyt (Rich.), berühmter engl. Geograph, eb. 1553 zu London, widmete sich schon auf der estminsterschule dem Studium der Geschichte der Entdeckungsreisen, das er in Oxford eifrig fortsetzte. Im J. 1577 hielt er in Oxford die ersten öffentlichen Vorträge über Geographie und führte in den engl. Schulen den Gebrauch der Globen und anderer geogr. Lehrmittel ein. Zuerst erschien von ihm Divers voyages touching the discoverie of Americas (Lond. 1582). In Paris, wohin er 1583 den Gesandten Stafford als Kaplan begleitete, ließ er Laudonnieres handschriftliche Geschichte der Entdeckung Floridas (Paris 1586) auf seine Kosten drucken. Nach England 1588 zurückgekehrt, fing er an, von Raleigh (s. d.) unterstützt, Stoff zu der Geschichte der Seefahrten der Engländer zu sammeln. Die Resultate seiner Forschungen veröffentlichte er in Berichten über 200 Reisen unter dem Titel The principal navigations, voyages and discoveries of the English nationo (Lond. 1589; vollständiger 3 Bde., 1598 — 1600; neue Aufl., 5 Bde., Lond. 1809—12). Die Regierung belohnte ihn 1602 durch die Verleihung einer Pfründe in der Westminsterabtei und eines Pfarramts in Suffolk. Einen Nachtrag zu obigem Werke bildet A selection of curious, rare and early voyages and histories of interesting discoveries, etc.o (Lond. 1812), worin 14 von ihm und andern früher einzeln herausgegebene Reiseberichte nebst den offiziellen Urkunden enthalten sind. Er starb 23. Okt. 1616 und liegt in der Westminsterabtei begraben. Nach H. nannte sich die 1846 gebildete Hakluyt-Society, welche die Herausgabe aller ältern Reisebeschreibungen beabsichtigt und bereits 57 Bände veröffentlicht hat.