Hamm, Kreisstadt im Regierungsbezirk Arnsberg der preuß. Provinz Westfalen, 36 Km im NW. von Arnsberg, an der Mündung der Ahse in die Lippe, Knotenpunkt der Linien Berlin-Hannover-Köln, Soest-Emden und Unna-H. der Preußischen Staatsbahnen, ist der Sitz eines Oberlandes⸗ und eines Amtsgerichts, einer Strafanstalt, eines Berg amts, einer Wasserbauinspektion, eines Landrats amts, einer Reichsbanknebenstelle, eines landwirt schaftlichen Vereins und des am 15. Juli 1882 er. öffneten Thermal-Solbades H. Die von einem alten, jetzt zum Teil mit Wohnhäusern besetzten, zum Teil zwischen Gärten herführenden Walle und einem Graben umgebene Stadt hat zwei evangelische und zwei kath. Kirchen, ein königl. evang. Gymnasium (28. Mai 1657 vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm als akademisches Gymna—⸗ sium gegründet), verbunden mit einem Real-Progymnasium, eine städtische höhere Töchterschule ein Waisen⸗ und ein Krankenhaus und zählt (1880 20 783 E. (darunter 11552 Katholiken und 8996 Evangelische). Betrieben wird in ausgedehntem Maße die Fabrikation von Stabeisen, Eisenblech, Burse und Drahtnägeln, Maschinen, Handschuhen, Bürsten, Korbsachen, Mehlwaren; ferner befinden sich hier Stärke⸗, Firnis⸗ und Lackfabriken, Olmühlen, Bierbrauereien, Brennereien, Gerbereien, Färbereien und Ziegelbrennereien. 5. war in früherer Zeit die Hauptstadt der Grafschaft Mark und Mit3196 der Hansa und kam 1666 aus der jülichleveschen Erbschaft an das Haus Brandenburg. Als starke Festung war sie in der ältern Kriegsgeschichte nicht ohne Bedeutung. Am 23. Sept. 1614 wurde sie im jülichschen Erbfolgestreite von den Holländern besetzt. Nachdem sie 7. Juni 1622 an Tilly übergeben worden, war sie im Dreißigjährigen Kriege bald in kaiserlicher, bald in hess. Gewalt. Sodann mußte sie 1761 und 1762 die Bombardements der Franzosen aushalten; 1763 wurden die Werke abgetragen. Der Kreis Hamm zählt (1880) auf 454 akm 67082 E.