Harmonie (grch., d. i. Zusammenstimmung, Übereinstimmung), das richtige Verhältnis der Teile eines Ganzen. In der Musik ist H. das gleichzeitige wohlgefällige Erklingen von Tönen, die an Höhe und Tiefe verschieden, aber in gesetzmäßiger Ordnung miteinander verbunden sind. Die Regeln oder Gesetze einer solchen Verbindung bilden die Harmonielehre im engern Sinne; nach der weitern e was 5 des Wortes H. gehört aber alles hierher, was die Lehre vom Kontrapunkt (s. d.) ausmacht. Die H. kann nämlich auf zweierlei Art entstehen: 1) durch begleitende Beitöne einer gesungenen oder gespielten Melodie, welche sich ihr ohne künstlerische Selbständigkeit anschließen; und 2) durch ein Zusammenklingen verschiedener timmen, die in einem kunstmäßigen Satze selbständig eführt werden. Die letztere Weise ist die der fugiert ontrapunktischen, die erstere die der einfa harmonischen Musik. Das Wort H. hat im technischmusikalischen Gebrauche eine vielfache Anwendung gefunden, worüber zahlreiche Bücher (sog. Harmonielehreno) Auskunft geben. Auf Grund neuerer Entdeckungen über die Natur und physik. Gesetze des Klanges sind im Laufe der Zeit verschiedene neue Theorien der Harmonielehre entstanden, welche aber größtenteils die Wege der wahren musikalischen Praxis verlassen haben. Harmonie der Sphären ist ein Ausdruck, der sich auf kosmische Ansichten Platos und anderer Philosophen des Altertums bezieht. Im allgemeinen wird H. noch jetzt für alles ge raucht, was bei einer reichen Mannigfaltigkeit einheitlich und wohlgefällig geordnet ist; in der Malerei spielt die Harmonie der Genra eine große Rolle.