Lettuer (vom mittellat. lectorium), die an die Stelle der Cancellen (. d.), oder Chorschranken allmählich (seit dem 12. Jahrh.) eintretende, mit zwei oder mehr Durchgängen versehene Scheidewand zwischen Chor und Mittelschiff. Sie hatte oben eine durch Treppen zugängliche Emporbühne mit einem Lesepult zum Vorlesen der evang. Perikopen, meist so groß, daß ein Sängerchor darauf Platz hatte.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 31Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei