FeedTheatervorhang rz. toile
AllerleiBrockhaus 1882

Theatervorhang rz. toile, courtine; engl. curtain), der den Zuschauerraum von der Bühne trennende Vorhang von bemalter Leinwand, dessen Auf⸗, resp. Niedergehen den Anfang, resp. Schluß der Vorstellung oder der einzelnen Akte (danach Aufzüge genannt) bezeichnet. Während derselbe früher gerollt wurde, geht er jetzt meist, gleich den übrigen Dekorationen in einen großen Rahmen estgespannt, in die Höhe. In den meisten Theaern fällt in neuerer Zeit auch beim Wechsel einzelier Scenen, sobald Verwandlungen vorkommen, in einfacher Vorhang, sog. Zwischenvorhang, wähend ein dritter von gewelltem Eisenblech oder Drahtgeflecht (s. Eiserner Vo rhang) dazu dient, ei ausbrechenden Bränden Zuschauerraum und zühne voneinander abzuschließen. heatiner, regulierte Chorherren, gestiftet in lom 1524 von Joh. Peter Caraffa (nachmaligem zapste Paul IV.), Bischof von Theate oder Chieti haher heißen sie auch Chietiner oder Quietier, oder nach Paul IV. Pau liner), in Verbinung mit Gaetand oder Cajetan de Thiene, der äter kanonisiert wurde (daher heißen sie auch Caetaner), Bonifacius de Colle und Paul Conglieri, bestätigt von Paul III. 1540 und Pius V. 568. Die T. wurden eine Pflanzschule des höhern lerus, gelangten, da sie meist aus Adeligen bestann, zu großem Ansehen und waren besonders in enedig und Neapel stark verbreitet, wo sie ihre auptthätigkeit auf das Aufspüren und Verfolgen der Ketzer richteten. Auch im übrigen Italien, in Spanien, Polen, Frankreich und tschland gewannen sie Niederlassungen, und die Üübernahme von Missionsgeschäften führte sie selbst in die Ta. tarei, nach Georgien und Circassien. Der Zweck der Stiftung, den der Orden noch jetzt verfolgt, ging auf die Verbreitung einer strengen Klosterzucht durch ein Leben in apostolischer Einfachheit. Daher empfingen die T. auch den Namen Apostolische Kleriker, oder, weil sie nichts besitzen, weder vom Erwerbe noch vom Betteln, sondern nur davon leben wollten, was durch die göttliche Vorsehung ihnen zufalle, Regulierte Kleriker von der göttlichen Providenz oder vom gemeinsamen Leben. Seit Sixtus V. (1588) steht ein General dem Orden vor, dessen Glieder sich zu den gewöhnlichen Mönchsgelübden, zum Predigen gegen Heiden und Ketzer, zur Seelsorge, zur Pflege der Kranken und Begleitung der Verbrecher zur Richtstätte verpflichten. Der Orden hat auch Schwestern. Durch Urban VIII. und Clemens IX. wurden ihm noch die von Ursula Benincasa 1583 und 1610 gestifteten, in Neapel und Palermo noch bestehenden Kongregationen der Theatinerinnen von der unbefleckten Empfängnis Unserer Frauen und von der Einsiedelei beigefügt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 15, S. 606Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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