Lienz, Stadt in Tirol, 667 meüber dem Meere „an der Mündung der Isel in die Drau reizend gelegen, ist Sitz der gleichnamigen Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts und Station [der Linie Franzensfeste-Villach der Osterreichischen Südbahn, und zählt (1880) 2823 CE. Die Stadt hat eine schöne Pfarrkirche aus dem 13. Jahrh., ein Franziskaner⸗ und ein Dominikanerinnenkloster; sie ist ein beliebter Sommerfrischort und Ausgangsstation für die Touren im Gebiete der Hohen Tauern, des Großglockner, Großvenediger u. s. w. Nahe bei L. erhebt sich auf dem Ausläufer des Schloßbergs das Schloß Bruck, im Mittelalter durch Jahrhunderte Sommerresidenz der Grafen von Görz. Nach Nordwesten zieht sich von L. eine 30 km lange Poststraße durch das Iselthal hinauf nach Windisch-Matrei, von wo aus Saumwege über den Felbertauern (2540 m) ins Pinzgan, durch das Virgenthal und über das Umbalthörl ins Ahrenthal, und über das Kalserthörl (2205 m) nach Kals führen. L. gegenüber n der Südseite des Drauthals erheben sich die Dolomitberge der Gailthaleralpen, der Rauchkofel (1907 m) und der Spitzkofel (2740 m), östlich von L. der aussichtsreiche Iselsberg (1111 m), über den (1885) eine neue 50 Straße angelegt wird. Westlich oberhalb L. durchbricht die Drau den ungefähr 13 Km langen, 1809 von den Tirolern mit Erfolg verteidigten Engpaß der Lienzerklause.