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TechnikBrockhaus 1882

Log (niederdeutsch Logg) nennt man den Wegmesser des Seemanns. Der äußerst einfache Apparat besteht aus dem Logscheit, der Logleine, der Logrolle und dem Logglas. Das Logscheit (Logbrett, Logsektor, s. nachstehende Fig. 1 ist ein hölzerner Quadrant von etwa 20 em Radius und 6 bis 8 mm Dicke, welcher auf seiner Peripherie Conversations-Lexikon. 13. Aufl. XI. mit einem so schweren Bleistreifen umgeben ist, da das Logscheit, ins Wasser geworsen, cht slach schwimmt, aber auch nicht untersinkt, sondern sich senkrecht mit der etwas aus dem Wasser hervorragenden Spitze nach oben stellt. Ausgehend von den drei Ecken des Logscheits, vereinigen sich drei Schnuren in eine schwache Leine (Logleine, Fig. 2), die auf eine sich leicht um ihre Achse drehende Rolle (Logrolle, Fig. 3) gewickelt ist und in die, nach einem Vorlauf von der ungefähren Schiffslänge, Knoten (kleine Tauknoten oder Lederstreifchen) eingespleißt sind, deren Längenentfernung sich zu einer Seemeile verhält wie die Laufdauer des Sandes aus dem Logglas zu einer Stunde. Beim Logen wird nun, während ein Mann die Logrolle horizontal festhält, das Logscheit über Bord geworfen; dies verbleibt dann, sich senkrecht stellend, ziemlich nahe an dem Orte, wo man es auswarf, und dient durch seinen Widerstand beim Auslaufen der Leine als fester Punkt. Sobald der Vorlauf abgelaufen ist, sodaß das Logscheit sich nicht mehr im Kielwasser befindet und von diesem alteriert ist, was durch einen eingespleißten wollenen Lappen markiert wird, so dreht ein zweiter Mann, welcher die Logleine durch seine Finger gleiten läßt, das Logglas leine Sanduhr von 15 Sekunden Laufdauer, Fig. 4) um und hält die Leine in dem Moment an, in welchem die Sanduhr abgelaufen ist. Die Anzahl der abgerollten Knoten ergibt nun den Lauf des Schiffs in einer Stunde, wobei die Kraft des Windes als gleichmäßig wirkend angenommen wird. Bei veränderlichem Winde wird alle halbe, sonst nur alle Stunden gelogt. Die Rechnung ist folgende: Unter Annahme der Seemeile (60 auf 1 Aquatorialgrad, also ½ geogr. Meile) zu 1852 megibt man den Knoten eine Länge von 7,7 m, sodaß sich also ein Knoten zu 1 Seemeile verhält wie 15 Sekunden zu einer Stunde (nämlich beide 1:240). Läuft nun ein Schiff in 15 Sekunden einen Knoten, so läuft es in einer Stunde 240 Knoten (1852 meoder 1 Seemeile). Sagt man daher von einem Schiffe, es laufe 16 Knoten, so heißt dies, es legt in einer Stunde 16 Seemeilen (4 geogr. Meilen oder 30 km) zurück. Als Ausleich für die bei dieser Meßmethode entstehenden Fehler (denn das Logscheit wird vom Schiff etwas mitgeschleppt) hat die Praxis ergeben, daß man das Glas nur 14 Sekunden laufen lassen muß. Man hat zahlreiche andere Instrumente zur Erreichung jenes Zwecks vorgeschlagen, aber dieselben meist zu kompliziert befunden. Anerkennung verdient indes Masseys Patent-L., dessen Uhrwerk von Sifte dewigt wel die durch die Schnelligkeit des Schiffs bewegt werden, in Bewegung erhalten wird, während es dem Schiffe nachschwimmt. Das von Clement konstruierte Sillometer ist ein Stromquadrant oder hydrometrisches Pendel, dessen Wirkung auf einer Skala abgelesen wird. Für Dampfschiffe hat Russel ein besonderes L. erfunden. Der sog. Regeling-Log ist auf das Prinzip gegründet, daß, wenn ein schwimmender Körper eine bestimmte Zeit gebraucht, eine bestimmte Distanz neben dem segelnden Schiffe zu durchlaufen, diese Zeit sich zu einer Stunde, die durchlaufende Distanz aber zu einer Seemeile in Proportion setzen läßt. Das Grund-Log wird in flachen Gewässern, welche Strömung haben, benutzt, um die durch Strömung und Wind, resp. Maschinenkraft, erzeugte Geschwindigkeit 6 messen, indem man das Logscheit mit einem Senkblei verankert und dadurch verhindert, daß es von der Strömung mit fortgeführt wird.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 145Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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