FeedLogotypen (grch.)
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Logotypen (grch.), in Schriftmetall gegossene Wörter oder Teile von Wörtern. Zur Erleichterung und Beschleunigung des Satzes von 3it tungen und Büchern ist bereits in der ersten Zeit nach Erfindung der Buchdruckerkunst und auch häufig in spätern Zeiten der Versuch gemacht worden, oft vorkommende Vorsilben, Endungen u. s. w. als Typen zusammenzugießen, sodaß der Setzer also zwei bis drei Buchstaben mit einem Griff seinem Satz einzuverleiben vermag. Die Vorteile, welche aus einer solchen Einrichtung entspringen werden aber wesentlich dadurch beeinträchtigt, da der Setzkasten einen zu großen Umfang erreicht, weil in demselben nicht nur sämtliche Buchstaben des Alphabets, sondern auch alle diese zusammengegossenen Silben unterzubringen sind. Dadurch wird das Setzen erschwert, weil die Hand des Setzers zufolge des größern Umfangs des Kastens einen weitern Weg nach den einzelnen Fächern zu machen hat. in mehr aber fällt in die Wagschale, daß wenn ein Buchstabe so zusammengegossener Silben lädiert wird, was sehr leicht vorkommt, die ganze Silbe weggeworfen werden muß. Auch die teure Herstellungsweise dieses Setzmaterials hat dessen Einführung in die wirkliche Praxis verhindert.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 149Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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