FeedSetzmaschine
TechnikBrockhaus 1882

Setzmaschine nennt man eine Maschine, welche aus Typen (Lettern) den gewünschten Satz zusammenstellt, also das verrichtet, was sonst allgemein der mit der Hand arbeitende Setzer thut. (S. Buchdruckerkunst.) Verschiedene Projekte und Konstruktionen blieben ohne praktische Resultate; befriedigendere wurden erzielt von Sörensen in Kopenhagen (1851), Bidet, Pape in Paris, Hattersley in Manchester, Delcambre in Paris, Fraser in Edinburgh und Kastenbein in Paris, dessen neuerdings wesentlich verbesserte Maschine (1878) höchst leistungsfähig ist; mit ihr konkurrieren neuerdings die Maschinen von Brachelsberg in Hagen in Westfalen und Fischer und V. Langen in Bielefeld, deren neueste Maschine, der Gutenberger, Eingang in einigen großen Offizinen gefunden hat. Allgemein hat man der S. die Idee des Klaviers zu Grunde gelegt, indem eine Anzahl Tasten angebracht wird, von denen jede, wenn man sie mit dem Finger niederdrückt, einen bestimmten Buchstaben aus dem Behälter, worin viele Exemplare desselben übereinander geschichtet liegen, herausfördert. Verschieden sind aber die Maschinen in Ansehung des Mittels, durch welches die nacheinander folgenden Lettern weiter geschafft und in Zeilen zusammengereiht werden, sowie in vielen andern Einzelheiten. Von zwei erwachsenen Personen und zwei Knaben oder Mädchen bedient, kann eine S. das Vierfache und mehr von dem liefern, was ein Setzer nach gewöhnlicher Weise in gleicher Zeit leistet. Dabei muß aber das Ablegen des ausgedruckten Satzes (Auseinandernehmen und Sortieren der Lettern) entweder durch eine entsprechende Zahl von Personen oder durch eine besondere Ablegmaschine (die auch wohl mit der S. selbst verbunden ist) geschehen. Die S. können gleichzeitig nur mit einer Schriftgattung arbeiten, sind also für mathem. und Tabellensatz u. s. w. unbrauchbar. Auch muß der Maschinenarbeit stets noch eine nicht unbedeutende Handarbeit, namentlich das genaue Ausschließen (Ausgleichen der Zeilenlänge) und das Zusammenordnen der Zeilen in Kolumnen folgen. Bisher haben die S. nur in einzelnen größern Druckereien, namentlich Englands und Frankreichs, Eingang geunden. Man hat das Problem einer S. in neuerer Zeit noch auf anderm Wege zu lösen versucht, und zwar derart, daß man mittels eines Alphabets von Stahlstempeln, das in passender Weise in einer Maschine angeordnet ist, die einzelnen Buchstaben, Worte und Zeilen nach und nach in ine präparierte Pappe eingeprägt und dann auf dem Wege der Stereotypie eine druckbare Platte davon gewinnt. Doch auch diese Methode hat ihre Rängel und zwar hinsichtlich des richtigen Teilens der Worte nach Silben am Zeilenende und wegen er Korrekturen. Am besten löste das Problem einer olchen Maschine H. Hagemann in Berlin. Vgl. Waldow, Encyklopädie der graphischen Künsten (Ee 1881—84). druckerkunst, Bd. III, S. 660. Setzschiffer, ein Schiffer, welcher ein Fahr⸗

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 735Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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