FeedLöschner (Jos. Wilh., Freiherr von)
HeilkundeBrockhaus 1882

Löschner (Jos. Wilh., Freiherr von), namhafter Mediziner, geb. 7. Mai 1809 zu Kaaden, widmete sich zu Prag dem Studium der Medizin, fungierte längere Zeit als Privatassistent des dortigen Professors Krombholz, habilitierte sich 1841. in Prag als Privatdocent für Geschichte der Medizin und gründete daselbst, der erste in Europa, den Lehrstuhl für Balneologie. Ganz besondere Verdienste erwarb er sich um die böhm. Kurorte, für die er Jahrzehnte hindurch unermüdlich in Wort und Schrift wirkte. Auch die Pädiatrik hat ihm viel zu danken; seine Vorlesungen über Kinderheilkunde, die er alljährlich an dem von ihm gegründeten musterhaften Franz-Joseph-Kinderspital in Prag hielt, machten seinen Namen weit über Böhmens Grenzen hinaus bekannt. Nachdem er schon früher 5795 außerord. Professor an der prager Hochschule efördert, übernahm er 1865 die Leitung der Sanitätsangelegenheiten im Staatsministerium zu Wien und wurde gleichzeitig zum ersten Leibarzt des Kaisers und zum Hofprotomedikus ernannt. Doch nötigte ihn schon 1868 ein schweres Augenleiden, sich auf sein Landgut Walchau im Egerer Kreise zurückzuziehen; 1870 wurde er vom Kaiser Franz Joseph l. in den österr. Freiherrenstand erhoben. Unter seinen zahlreichen Schriften sind hervorzuheben: „Der Kurort Gießhübl in Böhmen» (Prag 1846), „Die Wirkungen des Saidschitzer Bitterwassersv (1853), Der Sauerbrunnen zu Bilin in Böhmeno (Bilin 1859), „Beiträge zur Balneologie aus den Kurorten Böhmensp (2 Bde., 1862—-67), Aus dem Franz-Joseph-Kinders pital in Prag » (2 Bde., 1860—68). Auch gründete L. die Prager mediz. Vierteljahrsschrifto und redigierte sie längere Zeit.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 183Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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