Liebermeister (Karl), namhafter Mediziner, geb. 2. Febr. 1833 zu Ronsdorf bei Elberfeld, widmete sich zu Bonn, Würzburg, Greifswald und Berlin dem Studium der Medizin, ward 1858 Assistenzarzt der medizin. Klinik unter Niemeyer in Greifswald und habilitierte sich im folgenden Jahre an der dortigen Universität. Nachdem er 1860 mit Niemeyer als dessen Assistenzarzt nach Tübingen übergesiedelt, wurde er daselbst zum außerordentl. Professor der pathol. Anatomie ernannt, erhielt 1865 einen Ruf als ordentl. Professor der Pathologie und Therapie und Direktor der medizin. Klinik nach Basel und ward 1871 als Niemeyers Nachfolger in gleicher Stellung nach Tübingen berufen. L. hat sich insbesondere um die Lehre von der Wärmeregulierung und vom Fieber, sowie um die Behandlung der fieberhaften Krankheiten hervorragende Verdienste erworben, auch eine Reihe vorzüglicher Abhandlungen über die Leber⸗ und Nierenkrankheiten, den Abdominaltyphus, den Diabetes verfaßt. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: „Beiträge zur pathol. Anatomie und Klinik der Leberkrankheitenv (Tüb. 1864), 4Beobachtungen und Versuche über die Anwendung des kalten Wassers bei fieberhaften Krankheitend (im Verein mit Hagenbach, Lpz. 1868), allber Wärmeregulierung und Fiebere (Opz. 1871), «lüber die Behandlung des Fieberso (Lpz. 1872), «Handbuch der Pathologie und Therapie des Fiebers» (Lpz. 1875).