Ludolf (Hiob), einer der verdientesten Orientalisten seiner Zeit, geb. 15. Jan. 1624 zu Erfurt, widmete sich auf der dortigen Akademie und in Leiden Sprachstudien, machte dann weite Reisen und erlernte in Rom von dem Abessinier Gregorius das Athiopische. Im J. 1652 wurde er in Gotha Lehrer des Erbprinzen, später Hofrat, ließ sich 1678 in Frankfurt a. M. nieder, ward seit 1681 als kurpfälzischer Kammerdirektor mehrfach mit Staatsgeschäften vertraut und starb in Frankfurt 8. April 1704. Seine erste bedeutende Schrift war die (Historia Aethiopicap (Frankf. 1681), der er einen «Commentarius ad historiam Aethiopicamo (Frankf. 1691; Appendixo, 1693) beigab. Er war der erste, welcher eine Grammatica Amharicae linguaey (Frankf. 1698) und ein Lexicon Amharico-Latinumo (Frankf. 1698) herausgab. Sein (Lexicon Aethiopicumo wurde zuerst von Wansleben veröffentlicht Lond. 1661), ebenso seine äthiop. Grammatik; er selbst besorgte die zweite Ausgabe sowohl des Lexikons (Frankf. 1699) wie der Grammatik (Frankf. 1702). Reiches vielseitiges Wissen, Sorgfalt und Genauigkeit, ferner Sprachsinn zeichnen alle seine Arbeiten aus. lund Kreis.