Maclura Nutt., Pflanzengattung aus der Familie der Urticaceen. Man kennt nur eine Art, M. aurantiaca Nutt. Es ist ein in den Tropengegenden Amerikas wachsender Baum, dessen Holz eine gelbe Farbe besitzt und als Gelbholz einen wichtigen Handelsartikel für die Färberei bildet. Dasselbe wird besonders aus Westindien eingeführt. (über die technische Verwendung desselben s. unter Gelbholz, Abbildung auf Tafel Farbepflanzen, Fig. 9.) Mar-Mahon (Marie Edme Patrice Maurice, Graf von), Herzog von Magenta, Marschall von Frankreich und Präsident der Französischen Republik, aus einer irischen Familie stammend, die nach dem Sturze der Stuarts nach Frankreich geflächtet war, wurde 13. Juni 1808 auf Schloß Sully bei Autun im Depart. Saöne-et-Loire geboren. Der Vater war franz. Generallieutenant und ein Vertrauter des Königs Karl X. M. trat in den Militärdienst, zeichnete sich bei dem Zuge nach Algier aus, wohnte als Adjutant des Generals Achard 1832 der Belagerung von Antwerpen bei und war dann meist Adjutant, so 1837 beim General Damremont in Algerien, wo er beim Sturm von Konstantine verwundet wurde, 1840 bei Changarnier. Er verließ nun die afrik. Armee bis 1855 nicht mehr und wurde im Juni 1848 Brigadegeneral zur Verfügung des Generalgouverneurs von Algerien. In dieser Stellung erwarb sich M. vielfach Ruhm und wurde als Kommandant der Division von Konstantine 1852 zum Divisionsgeneral und dann zum Generalinspekteur der Infanterie ernannt. Im J. 1855 erhielt er den Befehl über die 1. Infanteriedivision im 2. Korps und bald darauf das 2. Korps der Orientarmee, mit welchem er 8. Sept. den Malakow erstürmte. Im J. 1857 kämpfte er als Divisionschef in Algerien gegen die Kabylen, erhielt 31. Aug. 1858 den Oberbefehl über alle Streitkräfte zu Lande und zu Meer in Algerien und wurde 1859 beim Ausbruch des Italienischen Kriegs zum Befehlshaber des 2. Armeekorps der Armee in Italien ernannt. In diesem Kriege entschied er 4. Juni die Schlacht von Magenta (s. d.), indem er sich auf eigene Verantwortung in die rechte Flanke des Feindes warf, wofür er zum Marschall und 6. Juni 1859 zum Herzog von Magenta erhoben wurde. In der Schlacht von Solferino (24. Juni) erstürmte M. Cavriana. Nach dem Frieden erhielt er das Oberkommando zu Lille, war 1861 als außerordentlicher Gesandter bei der Krönung des Königs Wilhelm in Königsberg i. Pr. und übernahm 1864, nachdem er das Lager zu Chälons kommandiert, als Pelissiers Nachfolger das Generalgouvernement von Algerien. Beim Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs im Juli 1870 übernahm er den Oberbefehl im östl. Horps auc zu welchem Zweck zu seinem eigenen korps auch noch das 7. (Douay) und 5. (Failly) ihm zur Verfügung gestellt wurden. Am 6. Aug. in der Schlacht bei Wörth (s. d.) vom Kronprinzen von Preußen geschlagen, zog er sich mit seinen fast in Auflösung begriffenen Truppen auf Chälons zurück, sammelte dort eine neue Armee von vier Korps und zog auf Verlangen des Kriegsministers Cousin-Montauban nördlich nach der Maas, um dem in Metz eingeschlossenen Bazaine Hilfe zu bringen. Die deutsche Armee folgte ihm auf den Fersen, erreichte ihn und drängte ihn nach mehrern Gefechten in die Festung Sedan (s. d.). In der Schlacht vom 1. Sept. zu Anfang des Kampfes verwundet, übergab er das Kommando an General Wimpffen und fiel infolge der 2. Sept. abgeschlossenen Kapitulation von Sedan in deutsche Kriegsgefangenschaft, welche er in Wiesbaden zubrachte. Nach dem Versailler Präliminarfrieden übernahm M. 11. April den Oberbefehl über die «Armee von Versailles » und warf mit derselben nach blutigen Kämpfen im Mai 1871 den Aufstand der pariser Commune nieder. Bei der Reorganisation der franz. Armee behielt M. den Oberbefehl über die um Paris, Versailles und Lyon versammelten Truppen. Nachdem der Präsident Thiers von der klerikalmonarchiftischen Mehrheit der Nationalversammlung 24. Mai 1873 gestürzt war, wurde M. zum Präsidenten der Republik gewählt und durch Beschluß vom 20. Nov. (mit 378 gegen 310 Stimmen) auf sieben Jahre (Septennat) in diesem Amte bestätigt. Er zeigte sich einer Restauration der Bourbons nicht abgeneigt und nahm seine Minister ausschließlich aus den Parteien der Rechten, bis die definitive Organisation der Republik 1875 und die Wahlen vom 20. Febr. 1876 ihm ein aus Mitgliedern des rechten und linken Centrums zusammengesetztes Ministerium aufnötigten. Bald genügte aber auch dies nicht mehr, und er mußte 12. Dez. den Republikaner Jules Simon als Ministerpräsidenten annehmen. Von der ultramontanen Partei und von den Monarchisten gedrängt, entließ er 16. Mai 1877 das Ministerium Simon, berief ein klerikalmonarchistisches und löste nach eingeholter Genehmigung des Senats 25. Juni die Deputiertenkammer auf. M. trat zwar selbst in den Wahlkampf ein und erließ zwei Manifeste, vom 19. Sept. und vom 10. Okt., worin er erklärte, er werde sich weder zum Werkzeug des Radikalismus hergeben, noch den Posten, auf den die Verfassung ihn gestellt habe, verlassen. Aber die Neuwahlen vom 14. und 28. Okt. verschafften ihm nicht die Mehrheit in der Kammer. Das Kabinett Broglie mußte 20. Nov. seine Entlassung nehmen, worauf M. 23. Nov. ein Geschäftsministerium ernannte, dessen Präsident der Kriegsminister General Rochebouet war und dessen sämtliche Mitglieder dem Parlament nicht angehörten. Schon 24. Nov. erklärte die Deputiertenkammer, daß sie mit diesem Ministerium nicht in Beziehung treten werde. Hierauf übertrug M. Dufaure die Bildung eines Ministeriums der Versöhnung, das 14. Dez. zu Stande kam. Dufaure legte sofort eine von M. an beide Kammern gerichtete Botschaft vor, in welcher der Marschall versicherte, daß er, nachdem die Wahlen vom 14.Okt. das Vertrauen Frankreichs zur republikanischen Staatsform bestätigt hätten, sich dieser Antwort des Landes unterwerfe, und daß die Krisis nun beendigt sei. M. hatte als Präsident der Republik nur passiven Anteil an der Staatsleitung genommen und sich von seiner Umgebung stark beeinflussen lassen. Nur auf militärischem Gebiete hatte er selbst eingegriffen und die Reorganisation der Armee, die Hebung der Ausbildung und Mannszucht, sowie die rasche Durchführung der großartigen Entwürfe zur Landesbefestigung sind wesentlich sein Werk. Als die republikanischen Parteien ihren Einfluß auch auf diesem Gebiet mit Erfolg geltend machten und bei der Besetzung höherer Kommandostellen lediglich polit. Parteirücksichten maßgebend sein ließen, gab M. seine Entlassung, 30. Jan. 1879, welche unverzüglich vom Senat und der Deputiertenkammer angenommen wurde, und zog sich ins Privatleben zurück. Sein Nachfolger als Präsident war Grevy (s. d.; vgl. Frankreich, Geschichte).