FeedMagschaft
ErdkundeBrockhaus 1882

Magschaft, soviel wie Verwandtschaft. reisender, geb. 30. Juli 1837, bereiste 1860 den obern Senegal und 1863—66 den obern Niger, wo er zwei Jahre in Segu festgehalten wurde. Er ertrank beim Scheitern der Korvette Gorgone bei Brest in der Nacht vom 18. zum 19. Dez. 1869. Er schrieb: Relation d'un voyage d'exploration au Soudan occidentald (Par. 1867) und Voyage dans le Soudan occidentale (Par. 1868). Magelang, Hauptort der Residentschaft Kadu (s. d.Nauf Java. Magellan (Fernando de), eigentlich Magalhäes, berühmter Seefahrer, von Geburt ein Portugiese, diente fünf Jahre unter Albuquerque in Ostindien und that sich 1511 bei der Eroberung von Malakka hervor. Im J. 1517 begab er sich nach Spanien, wohin ihn sein Landsmann, Ruy Falero, der in der Geographie und Astronomie gute Kenntnisse hatte, begleitete. Der kühne Plan beider, einen neuen Weg von Westen nach den Molukken aufzufinden, wurde von Kaiser Karl V. wohl aufgenommen und namentlich von dem Leiter der ind. Angelegenheiten, dem Bischof von Burgos, Fonseca, unterstützt. Am 20. Sept. 1519 segelte M. mit fünf Schiffen und 236 Mann von San-Lucar ab und erreichte 12. Jan. 1520 die Mündung des La Plata. Schon an der Küste Patagoniens hatte er eine Meuterei seiner Mannschaft zu unterdrücken, während er in der Bai San-Julian vom 31. Mai bis 24. Aug. überwinterte. Gegen Ende Okt. 1520 gelangte er an das Vorgebirge, das er de las Virgenes nannte, am Eingange der Magellansstraße. Am 27. Nov. entdeckte er die Südsee, der er wegen des anhaltend ruhigen Wetters den Namen des Stillen Ocean gab. Am 6. März 1521 wurde er der Ladronen ansichtig, dann kam er zu dem Archipelagus von St. Lazarus, nachher die Philippinen genannt. Auf Zebu, einer dieser Inseln, bewirkte er die Bekehrung des Königs zum Christentum. Er blieb in einem Gefecht gegen den Beherrscher der Insel Matan 27. April 1521. Ohne dieses unglückliche Ereignis würde er den Ruhm des ersten Weltumseglers sich erworben haben, den nun Sebastian del Cano sich zueignete, der das letzte Schiff Victoria glücklich über Ostindien zurückbrachte und 6. Sept. 1522 in San-Lucar einlief. Ein Auszug aus Mis Reisetagebuche findet sich in Ramusios Sammlung; vollständig wurde es zuerst von Amoretti herausgegeben (Mail. 1811). Vgl. Bürck, «M., oder die erste Reise um die Welteo (Lpz. 1844). Magellansche Wolken, s. Kapwolken. Magellansstraße heißt nach ihrem Entdecker die Meerenge, welche das amerik. Festland von der südlich vorliegenden Inselgruppe Feuerland (s. d.) scheidet. Diese Meerenge, welche der Entdecker „Straße der (11000) Jungfrauen» und dann Allerheiligenstraßer genannt hatte, zerfällt in drei Teile, die durch ihre Richtung, ihr Klima, die Beschaffenheit ihrer Küsten und der Vegetation scharf voneinander geschieden sind. Der östl. Teil (320Km lang), welcher sich zwischen dem Kap de las Virgenes und dem Catherine-Point gegen den Atlantischen Ocean öffnet, besteht aus drei seeartigen Becken, die durch zwei Engen verbunden sind, und hat flache, öde Küsten. Mit dem Kap Negro beginnt, durch die weit nach Süden vorspringende Halbinsel Brunswick verursacht, der meridional gerichtete zweite Teil, Broad-Reach und Famine-River genannt, mit steilen, baumbewachsenen Küsten. Von der Südspitze der Brunswick-Halbinsel, dem Kap Froward, läuft die Meerenge fast geradlinig 270 km nach Nordwest, vom Stillen Ocean durch die Inseln Clarence, Sta.⸗Ines und Desolation geschieden. Die Küsten dieses Teils sind durch tief eindringende Fiorde zerrissen, bieten aber eine große Zahl von guten Zufluchtshäfen, die bei den gerade hier mit rasender Heftigkeit wütenden Stürmen von großem Werte sind. Die großartig steilen Küsten sind mit einer dichten Vegetation von Moosen und Sträuchern überzogen. Die Luft ist fortwährend feucht und dick. Mit dem Kap Pillar und den Narborough-Inseln öffnet sich die M. gegen den Großen Ocean. Die bedeutende Abkürzung, welche die M. der Schiffahrt gewährt, schien früher für von Osten kommende Schiffe vollkommen illusorisch gemacht durch die fast unausgesetzt mit großer Heftigkeit wehenden westl. Winde, weshalb man den Weg um Kap Hoorn vorzog. Erst die Dampfschiffahrt brachte die M. wieder in Aufnahme; aber auch Segelschiffe können jetzt mit Hilfe der genauen Kenntnis der Winde, Strömungen und Sandbänke, sowie der Küsten sicher und verhältnismäßig schnell hindurchgelangen. Die eingehendste Erforschung der M. geschah 1826—36 durch die engl. Schiffe Adventure und Beagle unter King und Fitzroy. Bei der großen Wichtigkeit der M. für die Schiffahrt zwischen dem Atlantischen und Stillen Ocean sind wiederholt Versuche gemacht worden, an derselben Kolonien anzulegen, und zwar an der dazu allein geeigneten Ostküste der Halbinsel Brunswick. Die erste Kolonie war San-Felipe, 1581 unter Sarmiento angelegt, die elend zu Grunde ging. Ebenda bestand 1843 die Militär⸗ und Verbrecherstation Port-Famine. Von Chile aus wurde 1853 eine Niederlassung begründet, dann nach Punta-Arenas verlegt, welche 915 E. zählt; hier mündet der Kohlenfluß. Die in der Nähe besindlichen Kohlenlager liefern eine Ausbeute von 50 Tonnen täglich, und sind trotz der geringen Be schaffenheit der Kohle von großer Wichtigkeit für die Dampfschiffahrt. Die chilen. Regierung ha jetzt beide Ufer der Straße in Besitz genommen und nebst dem westl. Teil von Feuerland und der Westküste Patagoniens vom 47.5 südl. Br. ar bis Kap Hoorn als Territorium Magallane: (95000 qkm, 1882 mit 1291 C.) organisiert. Drei mal monatlich fahren Postdampfer (von Liverpoo und Hamburg) in jeder Richtung durch die M.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 329Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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