FeedMaja oder Spinnenkrabbe
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Maja oder Spinnenkrabbe, s. u. Krab⅛ben. Mäajä, d. h. Täuschung, Schein, ist in der spätern ind. Mythologie der Name einer weiblichen Gottheit, die zugleich mit dem Urschöpfer der Welt auftritt. In ihr, wie in einem Spiegelbilde, erschaut sich das Urwesen selbst, und durch diese Kontemplation zerteilt es die Finsternis, und die Liebe wird in seiner Seele zur produktiven Schöpferkraft. In der pantheistischen Schule des Vedanta wird alles, was der sinnlich befangene Mensch wirklich existierend nennt, nur als ein Traumbild der Gottheit betrachtet, und somit ist die ganze Welt in ihren äußern Erscheinungen eitel Trug und Schein (mäyà). Bei den Buddhisten ist M. der Name der angeblichen Mutter Buddhas.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 368Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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