FeedMakrocephalen
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Makrocephalen (grch., d. h. Langköpfe) nennt man eine bestimmte Form künstlich difformer Menschenschädel, welche durch die von sehr verschiedenen Völkern geübte Anwendung einer um Stirn und Hinterhaupt gelegten Kopfbinde erzeugt wird und bei welcher der Kopf eine ungemeine Höhe und turmartige Gestalt gewinnt. Schädel dieser Art, welche sich von den Flatheads und den mehr durch Kürze und Breite abweichenden künstlich difformen Schädeln der Alt-Peruaner sehr unterscheiden, hat man in der Krim, in Oberösterreich, in Amerika und andern Orten exhumiert. Völlig normale und nur durch ansehnliche Größe ausgezeichnete Schädel donen heeichner Kephalon, ihre Träger als Kephalonen bezeichnet. Die erheblichste Vergrößerung erleidet der Schädel durch Hydrocephalie. Daß der Schädel (und mit ihm das Gehirn) geistig hochbegabter Männer durchschnittlich die Mittelmaße übersteigt, wurde durch Broca und Welcker nachgewiesen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 374Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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