FeedMakropsie (grch.)
AllerleiBrockhaus 1882

Makropsie (grch.), Größersehen, kann vorkommen beim Sehen sowohl mit einem, als auch mit beiden Augen. Da sich das Urteil über die Größe eines gesehenen Gegenstandes aus zwei Momenten zusammensetzt, nämlich der Größe des Gesichtswinkels, unter welchem das Objekt auf der Netzhaut sich abbildet, und der Entfernung, in welche wir dasselbe verlegen, so wird ein und dasselbe Objekt größer erscheinen, wenn wir es für ferner, und kleiner, wenn wir es für näher halten. Die Entfernung selbst aber taxieren wir nach der für die Einstellung auf den Gegenstand erforderlichen größern oder geringern Anspannung der innern oder äußern Augenmuskeln, über die uns das Muskelgefühl unterrichtet. Ist nun letzteres dadurch alteriert, daß die Einstellung in ungewohnter Weise erleichtert ist /beim einäugigen Sehen durch einen Krampfzustand im Accommodationsmuskel, beim zweiäugigen Sehen durch Schwäche der äußern geraden Augenmuskeln), so entsteht die falsche Vorstellung einer größern Entfernung und damit Größersehen des Gegenstandes. Umgekehrt rufen solche Zustände, die die Einstellung des Auges erschweren (beim einäugigen Sehen Lähmung des Accommodationsmuskels, beim zweiäugigen Sehen Schwäche der innern geraden Augenmuskeln), die falsche Vorstellungeines zu kleinen Abstandes und damit Kleinersehen (Mikropsie) hervor. setzungen (Rakro.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 374Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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