Manche, La Manche (wörtlich: Armel), heißt im Französischen der Kanal (s. d.), welcher Frankreich von England trennt. Nach demselben ist das Depart. La Manche benannt, welches, die zur ehemaligen Normandie gehörende Halbinsel Cotentin und die Landschaft Avranchin begreifend, vom Meere und den Depart. Calvados, Orne, Mayenne und Ille-Vilaine begrenzt wird und 5928,325 qkm umfaßt. Das Departement zerfällt in sechs Arrondissements St.⸗Lö, Avranches, Cherbourg, Coutances, Mortain und Valognes, hat zur Hauptstadt St.⸗Lö und zählt in seinen 48 Kantons und 643 Gemeinden (1881) 526377 C. Die Küste bildet die Buchten von Vauville, St.⸗Germain, Fermanville und Gatteville mit dem Hafen von Cherbourg und springt am weitesten im Kap De la Hague gegen Nordwesten vor. Dieselbe ist mit Dünen und einer Menge von Klippen, bis 128 m hoch, und kleinen Felseilanden umsäumt. Das Innere, eine wellenförmige, von Thälern durchschnittene Ebene, ist teils sehr fruchtbar, teils mit guten Wiesen und Weiden, teils aber auch mit sandigen Heiden oder auch Sümpfen und Moorgründen bedeckt. Das Mineralreich bietet viel Schiefer und treffliche Bausteine. Birnen und Äpfel werden im großen gebaut und, da der Wein fehlt, zur Bereitung von Poiré und Cider benutzt. Außerdem baut man Getreide jeder Art, namentlich aber auch OÖl-⸗ pflanzen und Kartoffeln und beschäftigt sich mit Viehzucht. Lebhaft ist der Industriebetrieb in Leinwand⸗, Spitzen⸗, Band-, Tuch⸗, Wollzeug⸗, Serge-, Droguet-, Pergament⸗-, Handschuh⸗, Glas⸗ und Spiegelmanufakturen, in Töpferei, Olschlägerei, Gerberei, Salz- und Sodasiederei, in Anfertigung von Quincaillerie-Arbeiten und Kupferwaren. Auch der Schiffbau, die Reederei, die Fischerei an undland und der Fang von Austern sind von Wichtigkeit. Vgl. Joanne, «„Géographie du département de La Mancher (Par. 1882).