Morbihan, d. h. im Keltischen akleines Meero, ein franz. Departement in der ehemaligen Bretagne, von 6797,81 àkm Areal mit (1881) 521 614 C. Dasselbe wird begrenzt vom Atlantischen Meere und den Depart. Finisteère, Cötes du Nord, Ille-Vilaine und Loire-Inférieure und führt seinen Namen von einem östlich der Bai von Quibéron und südlich der Stadt Vannes zwischen den Halbinseln Ruis und Crach oder Loc Maria Ker in das Land eindringenden Meerbusen (Le Morbihan), welcher 20 kmlang und gegen 10 Em breit, aber nicht tief ist und mehrere Eilande einschließt. Das Departement hat eine Küstenentwickelung von 200 Km, mit einer Menge von Buchten, Reeden, Häfen und Inseln, unter welchen letztern Belle-Jsle (s. d.) die größte ist, und hat ein hügeliges Ansehen. Der höchste Punkt, 300 m hoch, gehört der Montagnes noire an. Das Departement hat mehrere schiffbare Flüsse, wie die Vilaine, den Auray und den kanalisierten Blavet, und wird von dem Kanal von Nantes nach Brest durchschnitten. Die Hügellandschaften sind von Thälern unterbrochen, die zum Teil sehr fruchtbar sind. Gegen das Meer hin gibt es ausgedehnte, ebenfalls fruchtbare Ebenen; doch nehmen Heide⸗ und Morastflächen die Hälfte des Landes ein. Das Klima ist gemäßigt, aber feucht, die Luft an der Küste nebelig. Der Boden wird zum Teil schlecht kultiviert, trägt jedoch Getreide über den Bedarf. Auch zieht man Flachs, Hanf, AÄpfel und Birnen zur Bereitung von Cider, der das Hauptgetränk der Bewohner bildet. An Holz ist Mangel. Auf vortrefflichen Weiden werden Rindvieh, Schafe und sehr starke Pferde gezüchtet. Die lebhaft betriebene Bienenzucht liefert geschätzten Honig; die Küsten sind mit Wassergeflügel bedeckt und, wie die Flüsse, sehr fischreich. Aus dem Mineralreich ist das Hauptprodukt Eisen; auch findet man Bergkrystalle, bricht Schiefer, gräbt Töpferthon und siedet Seesalz. Mineralquellen gibt es mehrere. Hinter dem Ackerbau, der Viehzucht und Fischerei, namentlich der Sardellenfischerei, steht die Industrie und der Handel sehr zurück. Das Departement zerfällt in die vier Arrondissements Vannes, Lorient, Ploêrmel und Pontivy, zusammen mit 37 Kantonen und 249 Gemeinden, und hat zur Hauptstadt Vannes (s. d.); die bevölkertste Stadt aber ist Lorient (s. d.).