Manuetti (Saverio), ital. Naturforscher, geb. 1723 zu Florenz, gest. 19. Nov. 1785, war Inspektor des botan. Gartens daselbst, trug viel zur Verbreitung des Linneschen Systems in Italien bei und schrieb «Viridarium florentinumo, „Storia naturale degli uccellis u. s. w. Maufred, Fürst von Tarent, geb. um 1232, ein natürlicher, aber vom Vater legitimierter Sohn des Kaisers Friedrich II. und Blancas, der Tochter des Grafen Manfred Lancia, erhielt durch seines Vaters Testament das Fürstentum Tarent und bis zu seines Halbbruders Konrad IV. (s. d.) Ankunft die Reichsverwaltung in Italien. Er überwältigte den Aufstand im Königreich Apulien, welches er 1252 Konrad übergab. Nach Konrads Tode 1254 übernahm M. als Statthalter im Namen seines Neffen Konradin (s. d.) die Verwaltung des apulischen Reichs. Allein der Papst erneuerte seine Ansprüche auf Apulien, und M. sah sich genötigt, 27. Sept. 1254 mit dem Papst einen Vergleich einzugehen. Innocenz kam selbst als Oberlehnsherr nach Neapel, wo jedoch über die Ausführung des Vertrags Streit entstand, und als ohne N.s Mitwissen von seinen Leuten Borello d'Aglone, sein Widersacher, erschlagen war, flüchtete M. nach Luceria. Hier fand er Schutz und Kriegsmittel, besonders bei den Sarazenen, und besiegte mit ihrer Hilfe die gegen ihn gesendeten päpstl. Söldnerhaufen in der Schlacht bei Foggia 2. Dez. 1254. Da nun um diese Zeit Innocenz 13. Dez. 1254 zu Neapel starb, so gehorchte bald ganz Apulien M. wieder, und auch der größte Teil von Calabrien unterwarf sich nach und nach seinen Waffen. Doch der neue Papst Alexander IV. ließ gegen M. das Kreuz predigen und sendete Truppen gegen ihn. M. kämpfte wieder glücklich und wurde 1257 Herr vom ganzen sicil. Reiche diesseit und jenseit der Meerenge, ja er ließ sich sogar 10. Aug. 1258 zu Palermo zum König trönen. Als nun infolge dessen der Papst M. in den Bann that, überzog der König die päpstl. Staaten und gewann nach dem Siege Sienas über Florenz bei Montaperto, 4. Sept. 1260, ganz Tuscien für sich. M. ließ den Hafen von Salerno bauen, Manjredonia (s. d.) anlegen, stiftete viele Schulen und hielt streng auf Recht, Ordnung und Sitte. Nach dem Tode seiner ersten Gemahlin Beatrix von Savoyen verheiratete er sich im Juni 1259 aufs neue mit Helena, der Tochter Michaels, des Beherrschers von Atolien und Epirus, hielt einen glänzenden, von Sängern, Dichtern und Künstlern verherrlichten Hof, und vermählte auch seine Tochter erster Ehe, Konstanze, mit Peter, dem erstgeborenen Sohn des Königs Jakob von Aragonien. Aber der neue Papst Urban IV. erneuerte den Bann über M. und dessen Länder und gab 1263 dieselben als päpstl. Lehn Karl von Anjou, dem Bruder Ludwigs IX. von Frankreich. M.s Feldherren, im Bunde mit den Ghibellinen, besetzten hierauf mehrere Provinzen des Kirchenstaats, sodaß Urban nach Perugia flüchten mußte, wo er 1264 starb. Sein RNachfolger, Clemens IV., schloß sich noch enger an Karl von Anjou an und ließ denselben 6. Jan. 1266 zum König von Sicilien krönen. Durch Verrat gelang es den Franzosen, 9. Febr. San-Germano zu erstürmen, worauf die Schlacht bei Benevent 26. Febr. 1266 das Schicksal M.s entschied. Als ein Teil seines Heers sich in wilder Flucht auflöste, stürzte M. sich in das feindliche Getümmel und wurde getötet. Nach einigen Tagen fand man seinen Leichnam und begrub ihn als einen Gebannten bei der Brücke von Benevent; allein das Volk und selbst Franzosen häuften dort Stein auf Stein ihm zu einem Ehrendenkmal, genannt Fels der Rosen. Später ließ ihn der Erzbischof von Cosenza wieder ausgraben und nahe der Grenze von Abruzzo und Picenum in dem Felsthale, wo der Verde mit dem Tronto sich vereinigt, einscharren. Seine Witwe Helena wurde mit ihren vier Kindern von einem treulosen Burgvogt an Karls Reiter ausgeliefert. Sie starb 1271; Beatrix, ihre Tochter, lebte 18 Jahre als Gefangene, bis Karl 1284 seinen in aragon. Haft geratenen Sohn gegen sie auslöste. M.s drei Söhne blieben 31 Jahre in Fesseln und starben im Gefängnis. Vgl. Cesare, Storia di Manfredis (2 Bde., Neap. 1837); Schirrmacher, «Die letzten Hohenstaufen⸗ (Gött. 1871); Capasso, Historia diplomatica regni Siciliaes (Neap. 1874); Böhmer, «Regesta imperiis (herausg. von Ficker, Innsbr. 1882). Maufredonia, Seestadt in der ital. Provinz Foggia, Sitz eines Erzbischofs, 35 Km im NO. von Foggia, am Busen von M. und am Fuße des Monte-Gargano, hat eine nach der Zerstörung des Ortes durch die Türken (1620) von Kardinal Orsini erbaute, 1848 restaurierte Kathedrale und einen durch ein Fort geschützten Hafen und zählt (1881) 9401 C. Etwas südlich lag das alte Sipontum, welches 194 v. Chr. von den Römern kolonisiert und später durch häufige Erdbeben zerstört wurde; König Manfred verpflanzte 1261 die Bewohner an die Stelle des jetzigen M. Seit 1877 haben Ausgrabungen bedeutende Üüberreste (Dianentempel, Nekropolis u. s. w.) der alten Stadt zu Tage gefördert. Manga und Mangabaum, . Mangifera. Mangaia-Archipel, s. Cooksarchipel. Mangal (arab.), der Wärmeapparat im Orient, ein Messinggestell, in dessen Mitte glühende Kohle gelegt wird. Mangalia, Städtchen am Schwarzen Meer, in der rumän. Dobrudscha, sollte der Haupthafen Rumäniens in der neugewonnenen Provinz werden; doch sind seine zerrissenen Felsvorsprünge und die +%½9„ Sommernebel hinderlich. Mangalore, Manga lur, Hafen⸗ und Handelsstadt in dem Distrikt Südkanara der indo-brit. Präsidentschaft Madras. Obgleich der Hafen von M. nur von mittelmäßiger Güte ist, so bildete er doch im Reich Mysore unter Hyder-Ali und Tippu-Sahib einen wichtigen Seehandelsplatz. M. wurde 1547 E67 wiederholt von den Portugiesen angegriffen und zerstört, jedesmal aber wieder aufgebaut. J. 1567 bemächtigten sich die Portugiesen dieser Stadt aufs neue und behielten sie in Besitz. Nach 1640 wurde M. von dem Radscha von Bednore, 1763 von Hyder-Ali erobert. M. hat breite, luftige Straßen, aber meistens nur kleine Häuser und zählt (1872) 29 712 CGC. „Mangan (chem. Zeichen oder Symbol Mn; Atomgewicht = 55, vierwertig), ein dem Eisen ähnliches Metall, das sich zwar nicht in großer Menge, doch sehr verbreitet in der Natur findet. Es kommt niemals gediegen, sondern oxydiert in mehrern Erzen, ferner spurenweise in der Asche der Pflanzen, in den Knochen und dem Blute, in vielen Mineralien vor und macht einen steten Begleiter des Eisens aus. Die eigentlichen Manganerze sind der Pyrolusit oder das Graubraunsteinerz, der Braunit, der Hausmannit, der Manganit, der Manganspat u. a. m. Das M. ist nur schwierig aus den Erzen darstellbar, es ist überaus strengflüssig, rötlichweiß, spröde, sehr hart und einer hohen Politur fähig. Mit Eisen bildet es eine Legierung, das Ferromangan oder Manganeisen (s. d.). Von den Verbindungen des M. sind folgende zu erwähnen: 1) Mangan und Sauerstoff. a) Manganoxydul Mn0O, bildet das Mineral Manganosit, entsteht beim Glühen von Manganuperoxyd im Wasserstoffstrome als blaßgrünes, beim Erhitzen gelb werdendes amorphes Pulver; wird dieses in einem Gemisch von viel Wasserstoff mit wenig Chlorwasserstoff der Rotglut ausgesetzt, so verwandelt es sich in oktasdrische, demantglänzende, smaragdgrüne Krystalle. Durch Kohle wird es bei Weißglut zu Metall reduziert. An der Luft und beim Erhitzen in Sauerstoff verwandelt es sich in Manganoxyduloxyd. Manganoxydulhydrat Mn(0H) entsteht als weißer Niederschlag beim Vermischen der Lösung eines Manganorxydulsalzes mit Alkalihydrat, dasselbe ist wenig beständig und nimmt an der Luft rasch Sauerstoff auf, wobei es in ein Gemenge von Oxydul⸗ und Oxydhydrat übergeht. Das Manganoxydul ist eine sehr starke Base; ihre Salze sind sehr beständig, die meisten krystallisieren und sind schwach rötlich gefärbt, das Carbonat, Phosphat, Arseniat und Oxalat ist in Wasser unlöslich, aber in Säuren leicht löslich. b) Manganoxyd Mn O3, bildet das Mineral Braunit, man erhält es als schwarzes Pulver bei mäßigem Glühen von salpetersaurem Manganorxydul. Bei starkem Glühen verwandelt es sich, unter Abgabe von Sauerstoff, in Manganoxyduloxyd. Durch Wasserstoff wird es bei Rotglut zu Oxydul reduziert. Beim Erhitzen mit Säuren liefert es Orydulsalze. Nur wenige und wenig beständige Manganoxydsalze sind bekannt. Manganoxydhydrat Muz0 (0I))e bildet das Mineral Manganit, es entsteht als braunflockiger Niederschlag, wenn eine mit Salmiak und Ammoniak vermischte Lösung von Manganchlorür der Luft ausgesetzt wird. e) Manganoxyduloxyd Mn, O, bildet das Mineral Hausmannit, entsteht als rotbraunes Pulver beim starken Erhitzen irgend eines der andern Orude des Mangans. Durch Wasserstoff wird es zu Orydul, durch Kohle zu Metall reduziert. Beim Erhitzen mit Säuren löst es sich unter Bildung von Oxydulsalz. d) Mangansuperoxyd oder Manganhyperoryd NnO, manganige Säure, kommt im Mineralreich als Pyrolusit, Polianit, Braunstein vor, entsteht, wenn salpetersaures Manganorydul andauernd auf einer Temperatur von 155 bis 162. C. erhalten wird, und bildet dann ein schwarzes krystallinisches Pulver. Beim Erhitzen gibt es Sauerstoff ab und verwandelt sich in Oxyduloxyd; beim Kochen mit konzentrierter Schwefelsäure entwickelt es Sauerstoff unter Bildung von Oxydulsalz; beim Erwärmen mit Salzsäure bildet sich Manganchlorür unter Entwickelung von Chlor. Der Braunstein (s. d.) findet wegen seines Gehalts an Mangansuperoxyd vielfach technische Verwendung. Die Verbindungen des Mangansuperoxyds mit Basen, die Manganite, sind noch wenig bekannt, sie spielen jedoch bei der Fabrikation des Chlorkalks, bei der Regeneration des Braunsteins, nach Weldons Verfahren, eine wichtige Rolle. (Vgl. Ehlo rkalk.) e) Mangansäure, Anhydrid NMnO, Hydrat NnO(0Hh)n, beide im freien Zustande unbekannt. Das Kaliumsalz, Kaliummanganat entsteht, indem ein Gemisch von 1 Teil Braunsteinpulver, 2 Teilen kohlensaurem Kali und 3 Teilen Salpeter anhaltend schwach geglüht wird. Die durch Absetzen geklärte Lösung gibt beim Verdunsten im luftleeren Raume grüne Krystalle. Die Lösung des Salzes ist sehr wenig beständig, nach ganz kurzer Zeit verliert sie ihre grüne Farbe und geht nacheinander in Blau, Violett, Purpur, Karmoisinrot über und enthält alsdann übermangansaures Kali. Wegen dieses Farbenwechsels der Lösung ist Kaliummanganat als Chamaeleon minerale benannt. übermangansäure, Anhydrit Mn, O,, Hydrat MnO, (01H1). Beide Formen sind darstellbar, das Hydrat nur in wässeriger Lösung. Von den Verbindungen hat das übermangansaure Kali oder Kaliumpermanganat technische Bedeutung. Es wird erhalten, indem man in die Lösung der rohen Schmelze vom Kaliummanganat so lange Chlorgas einleitet, bis die grüne Farbe in Rot übergegangen ist. Die Lösung wird durch Absetzen geklärt (nicht durch Papier filtriert), zur Krystallisation verdampft, die erhaltenen Krystalle werden durch einmalige Umkrystallisation aus Wasser chemisch rein erhalten. Das Salz ist in heißem Wasser sehr leicht, in 16 Teilen kaltem Wasser löslich, gibt beim Erhitzen auf 240 Sauerstoff ab und verwandelt sich in ein Gemenge von Kaliummanganat und Superoryd. Das Kaliumpermanganat ist ein starkes Oxydationsmittel, seine verdünnte wässerige Lösung verwandelt viele Oxydulsalze in Orydsalze, schweflige Säure in Schwefelsäure, Oxalsäure in Kohlensäure, in konzentrierter Lösung zerstört es viele organische Stoffe, tötet Bacterien und ähnliche Organismen. Es findet vielfach Verwendung in der analytischen Chemie und dient als Desinfektionsmittel. 2) Mangan und Schwefel. Einfach Schwefelmangan Mus ist das Mineral Manganblende, Zweifach Schwefelmangan kommt als Hauerit im Mineralreich vor. Einfach Schwefelmangan fällt als fleischfarbener, ir Säuren leicht löslicher Niederschlag beim Vermischen von Manganoxydulsalzen mit Alkalisulfuret. 3) Mangan und Chlor. Nur das Manganchlorür MuCl bildet eine beständige Verbindung, es entsteht unter Entwickelung von Chlor, wenn eins der höhern Oryde des Mangans mit Salzsäure erhitzt wird, und findet sich daher in großen Mengen in den Rückständen der Chlorentwickelung. Hieraus stellt man das Salz dar, indem man die saure Flüssigkeit mit Mangancarbonat neutralisiert, wobei zugleich das nie fehlende Eisenchlorid als Eisenoxydhydrat abgeschieden wird, und dann die Lösung verdampft, wobei nach dem Erkalten das Salz MnCl. 411. O in rosenroten Krystallen erscheint. Das Manganchlorür findet Verwendung zu Erzeugung von braunen Farben. 4) Mang an und Kohlensäure. Kohlensaures Manganoxydul, Mangancarbonat MnCO;, als Mineral Manganspat, entsteht als weißer, in Wasser unlöslicher, ziemlich beständiger Niederschlag beim Vermischen einer Lösung von Manganchlorür mit kohlensaurem Natron. Im feuchten Zustand länger der Luft ausgesetzt, färbt es sich braun und enthält dann Oryd beigemischt; bei schwachem Glühen gibt es seine Kohlensäure ab.