FeedFischer (Laurenz Hannibal)
GeschichteBrockhaus 1882

Fischer (Laurenz Hannibal), reaktionärer Staatsmann, geb. 1784 zu Hildburghausen, studierte zu Göttingen die Rechte und wurde 1805 in seiner Vaterstadt Advokat; 1831 trat er in oldenburg. Dienste und wurde Regierungspräsident in Birkenfeld, jedoch 1848 außer Aktivität gesetzt. Er verfaßte 1852 die Beschwerdeschrift der Sachsen-Gothaischen Ritterschaft an den Bundestag und versteigerte im Auftrag des Bundestags zu Bremerhaven die deutsche Flotte. Im J. 1853 trat er an die Spitze des Kabinetts des Fürstentums Lippe und veranlaßte die Verfassungswirren daselbst. Wegen einer Majestätsbeleidigung wurde er bei einer zufälligen Anwesenheit in Koburg 3. Juli 1855 verhaftet, gegen Kautionsstellung bald wieder freigegeben und später von der Fakultät zu Breslau freigesprochen; doch wurde er noch im Juli 1855 aus dem lippeschen Staatsdienst entlassen. Er starb 8. Aug. 1868 zu Rödelheim. F. schrieb: „Der deutsche Adel in der Vorzeit, Gegenwart und Zukunfteo (2 Bde., Frankf. 1852), «Aburteilung in der Jesuitensacheß (Lpz. 1853), «Polit. Martyrtump (Lpz. 1855).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 844Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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