Marpurg (Friedr. Wilh.), einer der vorzüglichsten deutschen musikalischen Schriftsteller, war zu Seehausen in der Altmark 1718 geboren. Mit dem Studium der Wissenschaften verband er ein gründliches Studium der Musik, welcher er auch dann noch seine meiste Zeit widmete, als er 1763 die Stelle eines Kriegsrats und Lotteriedirektors zu Berlin erhalten hatte, die er bis an seinen Tod, 22. Mai 1795, bekleidete. M. hat sich besonders um die Fugen⸗ und Harmonielehre verdient gemacht. In der Harmonielehre folgte er Rameau; die Theorie der Fedn ist von ihm gründlich, aber mit zu einseitiger Berücksichtigung der Instrumentalfuge, behandelt. Von seinen Schriften sind zu nennen: die Abhandlung von der Fugey (2 Bde., Berl. 1753; neue Aufl., Wien 1806 und Lpz. 1856), „Histor.⸗kritische Beiträge zur Aufnahme der Musiko (5 Bde., Berl. 1756—78), «Anleitung zur Singkompositionv(Berl. 1759), Anfangsgründe der theoretischen Musiko (Berl. 1760), Handbuch bei dem Generalbaß und der Kompositiono (Berl. 1755—60), Die Kunst das Klavier zu spielen» (Berl. 1750 u. öfter), Versuch über die musikal. Temperaturv (Bresl. 1776).