Martigny-Bourg, Flecken mit 1303 E., liegt 496 m über dem Meere, 1,5 km südwestlich von Martigny-Ville, in sehr fruchtbarer Gegend; ein Kastanienwald schützt den Ort vor Lawinen; auf den Abhängen der linken Thalseite wachsen die trefflichen Weine Coquempey und La Margne. Die dritte Gemeinde, Rartigny-Comb e, trägt ihren Namen nach dem vom Flecken südwestlich zum Col de la Forclaz (1523 m) ansteigenden Thälchen und zählt in mehrern Dörfern und Weilern auf der linken Seite der untern Dranse 1589 E. Vermöge seiner Lage am Eingang des Wallis und am Zugang zum Großen St. Bernhard war M., das Octodurum der Römer, schon im Altertum ein wichtiger Ort, röm. Municipium und im 4. bis 6. Jahrh. Bischofssitz. Im Mittelalter stand es unter der Herrschaft der Bischöfe von Sitten und kam 1475 an Wallis. Sowohl Martigny-Ville wie Martigny-Bourg wurden mehrmals durch das Hochwasser der Dranse verheert; die stärksten überschwemmungen waren diejenigen von 1595 und 1818.