Martialis (Marcus Valerius), der vorzüglichste röm. Epigrammendichter und der eigentliche Schöpfer des neuern Epigramms, geb. zu Bilbilis in Spanien um 40 n. Chr., kam als Jüngling unter Nero nach Rom und erwarb sich durch seine Dichtungen die Gunst des Titus und Domitian. Unter Trajan, der die Satiriker nicht liebte, sah er sich veranlaßt, in sein Vaterland zurückzukehren, wo er bald nach 100 n. Chr. starb. Seinen Ruhm begründete er durch 15 Bücher Epigramme, die treffend und voll attischen Salzes, aber auch durch obscöne Schilderungen und niedrige Schmeicheleien gegen Große entstellt sind. Unter den zahlreichen Ausgaben ist die Textrecension von Schneidewin (2 Bde., Grimma 1841) hervorzuheben. Deutsche Übersetzungen lieferten Ramler («Sinngedichte des M. in einem Auszugev, 5 Bde., Lpz. 1787—91), Willmann (Köln 1825) und Berg (Stuttg. 1864 fg.).