Massageten, ein nomadisches Volk, wahrscheinlich zu den Skythen gehörig, bewohnten die weiten Steppen im Nordosten des Kaspischen Meers, nördlich vom Jaxartes (jetzt Sir-Darja) wo jetzt die Kirgiskaisaken wohnen. Herodot berichtet von ihnen, daß sie Gemeinschaft der Weiber gehabt, ihre Alten geopfert und verzehrt, die Sonne als Gott durch Pferdeopfer verehrt, von der Milch und dem Fleisch ihrer Herden und von Fischen lebten und mit Lanze, Bogen und zweischneidiger Axt zu Roß und zu Fuß stritten. Sie wurden von einer Königin Tomyris beherscht, gegen die Cyrus 530 v. Chr. sein Leben verloren haben soll. Massai⸗ oder Masai-Land heißt der Distrikt zwischen dem Gebirgslande des Kilimandscharo und des Kenia und dem Victoria-Nijansa im östlichen äquatorialen Afrika. Das berg⸗, seen⸗ und wildreiche Land ist bewohnt von dem kriegerischen Nomaden- und Hirtenvolk der Massai, das sich in körperlicher wie geistiger Beziehung von den umwohnenden Negerstämmen zu seinem Vorteil unterscheidet. Erst in neuester Zeit ist es gelungen, nähere Kunde über das Land und seine Bewohner zu erlangen, durch den Engländer J. Thomson, der das Land 1883 und 1884 bereiste und in seinem Werke: «Ihrough Masai Lando (Lond. 1885; deutsch, Lpz. 1885) schilderte, und durch den deutschen Reisenden G. A. Fischer, der seine fast gleichzeitige Reise in dem Werke: Das Massai-Land » (Hamb. 1885) beschrieb.