FeedGedrosia
ErdkundeBrockhaus 1882

Gedrosia heißt bei den Alten das an Indien grensende nördlichere Küstenland am Eingange des Persischen Meerbusens, das sich beinahe gänzlich mit dem heutigen Balutschistan deckt. G. ist namentlich durch den Rückzug Alexanders aus Indien und die dort von dem großen Macedonier bewiesene Charakterstärke bekannt. Bei Herodot und den Altern kommt der Name G. nicht vor: es ist möglich, daß die Sattagyden Herodots und der pers. Keilschriften das Gebiet G.s bezeichnen. Das Land wird als unwirtbar geschildert, voll hoher Hügel und tiefem Sande unter glühender Sonnenhitze. Auch die Bewohner sollte vor Alexander nur Semiramis und Cyrus zu unterjochen versucht haben: erstere sei nur mit zwanzig, letzterer nur mit sieben Männern entkommen. Die Hauptstadt der Gedrosen wird Pura und Rhambacia, auch Parsis genannt. Als Stämme der Gedrosen wurden aufgeführt: die Arabiten am Indus, die Oriten, die Pasiren, die Musarnen, die Rhamnen. Im Sommer soll das Land wasserreicher gewesen sein; nur kleinere Ströme befruchten die Küste, wie der Samydaces, an der die Stadt Samydace lag, der Manais (wohl heute Kadja), der Nabrum, der Arabis u. a. Nach Stephan von Byzanz erstreckte sich G. noch bis Barygaza an der ind. Küste.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 628Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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